Full text: Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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allen Enden der Republik herbeikamen und unter die Bataillons 
vertheilt wurden, war dies nicht möglich. Und denken Sie, mit 
welcher Energie diese größtentheils gezwungenen Soldaten den 
Zustand in Frankreich geschildert haben mögen? Da hörte mancher, 
daß, während er sein Blut vergossen hatte, sein Erbtheil verbrannt, 
seine Eltern und Geschwister und Freunde ermordet worden 
seien u. s. w. 
Dies verursachte traurige Betrachtungen und den Wunsch nach 
Frieden, welchen die Soldaten und Offiziers öffentlich äußerten, 
so lange äußerten, bis das Wort Friede zu nennen bei Lebens¬ 
strafe verboten wurde. Die Soldaten fanden sich auch in ihrer 
Hoffnung betrogen, daß ihnen nun ruhige Winterquartiere gegönnt 
werden würden, welche sie so nöthig brauchten. Denn bei ihrer 
Ankunft wurde ihnen kein Geheimnis mehr daraus gemacht, daß 
noch eine Expedition lim Trier zu erobern gemacht werden sollte. 
Ich habe mich wirklich gewundert, daß die Soldaten sich dazu ver¬ 
stunden und rastlos nach Thionville zu eilten, aus welcher Gegend 
zwei Kolonnen gegen Trier marschieren sollten, wogegen die dritte 
bestimmt war von der Seite von Oltweiler den Angriff zu machen. 
Abends kamen sie in dem elendesten Zustande an, krochen auf 
allen vieren Trepp auf, Trepp ab, und Morgens um halb 6 ging 
es wieder weiter. Doch die Colonne, welche über Ottweiler mar¬ 
schiert war, befreite sie von dieser gefährlichen Expedition; solche 
revoltirte förmlich. Das Carabinier-Regiment und das Infanterie- 
Regiment ehemals Navarre stellten sich à la tête und declarirten 
den Generals, daß sie nicht weiter gehen würden. Sie verlangten 
die ihnen nach der Debloquade von Landau versprochene Ruhe 
und wenigstens 6 Wochen zur Erholung; dann stünden sie zu 
weiterm Befehl bereit. Generals und Repräsentanten ließen es an 
Versprechungen und Drohungen nicht fehlen. Beide wurden ver¬ 
achtet, und die Soldaten blieben bei ihrer Erklärung. Und ihnen 
— mußte nachgegeben werden; sie bezogen die Winterquartiere. 
Hier kam Regiment ci-devant Navarre in Garnison, dessen Chef 
General Lombard ist, welcher väterlich für solches sorgte, indem er 
verlangte, daß alle Soldaten in gute Betten gelegt würden. Wohl 
würde er gethan haben, wenn er um dieses möglich zu machen die
	        

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