Full text: Mosel- und Saarführer

141 
platz. Abstieg vom St. Quentin durch Weinberge unmittelbar 
nach Ban-St. Martin oder nach Longeville. 
Wer noch mehr von dem gewaltigen, mit Forts gekrönten 
Höhenrücken, der die ganze Gegend beherrscht, kennen lernen will, 
dem sei folgender Ausflug empfohlen. Man gehe bis zu dem Walde, 
der die Verhindungsstrasse zwischen den beiden Forts auf dem St. 
Quentin, Feste Friedrich Karl r. und Fort Manstein r., deckt und 
wende sich dann 1., immer auf dem Wege nahe den Festungswällen 
bleibend, und beschreibe so endlich eine 8, deren eine Schleife das 
Fort Alvensleben (Plappeville) umfasst. Die Eigenart der Metzer 
Umgegend und die ungewöhnlich starke Befestigung der Metzer Forts 
kann auf diesem etwa 3 Stunden erfordernden Spaziergange am besten 
wahrgenommen werden. 
Wen es verlangt, auch von der entgegengesetzten Seite 
einen Blick von den Höhen auf Metz zu werfen, besteige 
die Höhe des Forts M anteuf fei (Julien). Aussicht auf die 
Stadt und Thal; von der östlichen Seite des Ports einen 
Blick auf das Schlachtfeld von Noisseville, 31. Aug. und 
1. Sept. 1870. 
Weitere Ausflüge, die einen ganzen Tag erfordern, sind folgende : 
üeber das Joch zwischen St. Quentin und Plappeville auf der Höhe 
in nordwestl. Richtung nach dem Gehöft St. Georges, wo Milch zu 
haben ist; von hier in westlicher Richtung nach dem Dorf C h ä t e 1 
St. Geimain, 724 Einw., Wein- und Obstbau. Auf dem benach¬ 
barten Berge stehen die Ruinen eines alten Schlosses, bei dem man 
auch ein Druidendenkmal (Dolmen) entdeckt hat. Das Schloss gehörte 
den Metzer Bischöfen und wurde 1231—84 von den Metzern belagert, 
als der damalige Bischof sie wegen einer Abgabe mit dem Bann be¬ 
legt hatte und dann von den erzürnten Städtern hierher mit seinen 
Reisigen gezogen war. Der Bischof von Toul brachte einen Frieden 
zustande. Bei St. Germain beginnt ein hübsches Waldthal, das sieh 
bis Am an weil er hinzieht. In dem Walde giebt es Kreuzottern, 
wie überhaupt in den Wäldern um Metz, daher Vorsicht! Nach 
einer Strecke in dem Waldthal zurück nach St. Germain, von hier 
nach Moulins und von dort auf der Pferdebahn nach Metz. 
Ferner: Von Metz durch die Vorstadt Montigny nach dem 
Schlösschen Frescati, wo am 27. October 1870 die Uebergabe von 
Metz und der französ. Armee an die Deutschen unterzeichnet wurde. 
Es erscheint wie das Walten der Nemesis, dass auf demselben Land¬ 
sitz, der ehemals Fristo hiess, 1552 die Besprechungen zwischen den 
Abgesandten des franz. Königs und den bestochenen Metzer Patriziern 
wegen Uebergabe der Stadt an die Franzosen stattfanden, die denn 
auch verräterischerweise erfolgte. Das Schloss in seiner heutigen 
Gestalt stammt aus dem Jahre 1709 und dient jetzt militärischen 
Zwecken. Im Park sind mehrere Soldatengräber vom Jahre 1870. 
R. vom Schlosse der kleine Exercierplatz. Vom Schlosse Frescati in 
derselben Richtung zum Pachthof O r 1 y, dann r. neben dem grossen 
Militärschiessplatz durch den Wald, 1. in südlicher Richtung mässig 
ansteigend zu einer alten Eiche und von hier auf die erste Kuppe 
östl. von Jouy-aux-Arches. Dann weiter durch den Wald, 
später über Felder, immer auf der Höhe in südlicher Richtung bis 
zu der Ruine St. Blaise (364 m) mit Aussichtsturm und Gehöft. 
Das Schloss war ehemals sehr fest. 1548 wurde es von 1100 Mann 
der Stadt Metz und von 2 Feldschlangen belagert und nur von einem 
Hauptmann und 15 Bauern verteidigt, und zwar so tapfer, dass man 
ihnen freien Abzug gewährte. Während der Einsehliessung 1870
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.