Full text: Mosel- und Saarführer

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die Hexen der ganzen Umgegend zu nächtlichem Ritt und 
Tanz zusammenfindeu. 
Von Longuich führt ein yielhegangener Weg über die Höhe 
durch Wald ins Ruwerthal und dann nach Trier. Erst durch Obst¬ 
alleen ansteigend mit reizenden Rückblicken aufs Moselthal, dann 
durch Laubwald; besuchenswert die wenige Minuten vom Weg ab¬ 
gelegene Mineralquelle, an schattiger, durch Anlagen verschönerter 
Stelle; dann über Feld und zuletzt ziemlich steil hinab zum Ru- 
werthale. 
Stromaufwärts vou Longuich liegt der kleine Ort Kirsch 
(r.), in Urkunden aus dem 7. Jahrh. Cressiacum genannt, 
jetzt mit Longuich eine Gemeinde bildend. 
Auf der 1. S. führt von der Longuicher Fähre ein be¬ 
quemer Pfad durch die wohlhestellten Weinberge, beste 
Lagen der „Herrenberg“ und Jakohsberg.“ — Die 
beiden hohen Uferränder treten hier ziemlich nahe zusammen, 
r. der Angelberg, das Moselbett noch einmal einengend, um 
gleich darauf weit auseinander zu treten, das breite schöne 
Trierer Thal bildend, an dessen Rand wir jetzt gelangen. 
Das Trierer Thal, 20 km lang, au der breitesten Stelle 4 km 
breit, ist in der Urzeit wahrscheinlich ein grosses Seebecken gewe¬ 
sen, durch welches die Mosel floss. Der Abfluss lag damals aber 
nicht zwischen Schweich und Kirsch, sondern in der Richtung des 
Thaies weiter nach der Ebene von Wittlich hin, wo Geologen das 
alte Flussbett nachgewiesen haben. (Vergl. S. 25. 26.) Durch einen 
gewaltigen Durchbruch bahnte sich der Fluss einen neuen Weg 
durch die Schieferfelsen und floss in rechtem Winkel östlich in 
der Richtung nach Longuich ab. 
Über Wiesen und Fluren führt uns der Pfad in den 
grossen Ort 
Schweich (1,) [Suainga] 1 km von der am Fusse des 
Angelberges befindlichen, durch zwei runde Türme bezeich- 
neten Fähre gelegen, */< Std. vom Bahnhof an der Moseibahn. 
Gasth. Johäntges, Denhardt, am Eingänge des Dorfes, mit 
hübschem Garten und Blick auf die Mosel, N. u. F. 1,50, 
M, 1,50; Dany; Pfeiffer; Hermesdorf, in der Nähe der Fähre. 
Der wohlhabende Flecken hat fast 3000 Einw., Arzt und 
Apotheke. 
Die Mosel fliesst nun im Trierer Thale an Wiesen und 
ebenen Fluren vorüber; sie behält aber auch hier ihre Nei¬ 
gung bei, Bogen zu bilden. Die hohen Uferräuder treten auf 
beiden Seiten weit zurück, und da die Yerkehrsstrassen den 
Krümmungen nicht folgen, zieht hier längs des Flusses nur 
ein Leinpfad an dem reizlosen, oft mit Weidengebüsch be¬ 
setzten Ufer hin. Deshalb bleibt aber doch die Gesamt¬ 
wirkung des breiten Flussthales grossartig. Mit Wohlgefallen 
ruht das Auge auf den herrlichen Thalrändern, besonders 
auf der 1. Seite, die bedeutend ansteigen und meist bewaldet 
sind. Die grünen Abhänge wechseln ah mit Felsgruppen aus 
rotem Sandstein, und im Mittelpunkte des Thaies erhebt
	        

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