Full text: Mosel- und Saarführer

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eineu 400 m langen Stollen fasste und das Bad errichtete. 
Wie Gastein, Ragaz und Schlangenbad gehört das Bad Wild¬ 
stein zu den (gehaltlosen) Wildbädern, ohne mineralische 
Bestandteile. 
In der Nähe der „Wildstein“ (auch Waldstein), eine 
Höhe mit herrlicher Aussicht. Die oben liegenden mächtigen 
Granitblöcke hält man für eine Opferstätte der Druiden. 
Hinter Bad Wildstein wird das Thal zur Schlucht mit 
hohen Felswänden und Felsköpfen. 6 km von Trarbach 
folgt das Dorf Kautenbach, Wirtsch. von Ph. Tross. 
Weiter ansteigend erreicht man, 10 km, Longkarap, 420 ra, 
Gasth. bei Kirsch; Math. Andres, 6 Betten, N. u. F. 1,60 M., 
M. 1,70, A. 1,—, P. 3,50 M. Von hier geht’s in Windungen 
hinab ins Tiefenbachthal, das in Beziehung auf Fels¬ 
bildung dem Ahrthale ähnelt, daher auch die „Bern¬ 
kaste ler Schweiz“ genannt, und dann nach Berukastel. 
Zu Wagen, 12 M., wird der Weg in Bt/2 Std. mit dem Be¬ 
suche des Bades Wildstein zurückgelegt. 
Von Trarbach nach Bernkastel führt über die Berge noch ein 
anderer, viel benutzter Fussweg, 1 Std. Dieser schneidet die starken 
Windungen der Mosel ab und gewährt auf den einzelnen Höhepunkten 
umfassende Aussichten. Auf dem Gebirgsrücken liegen die sehens¬ 
werten »Graacher Schanzen«, 434 m, die Jourdan 1795—96 als 
Mont National aalegte und mit 150 Kanonen ausrüstete, 
Nehmen wir nach diesem Aufenthalte in und um Tra¬ 
ben-Trarbach unsere Moselwanderung wieder auf, so 
werden wir noch mehr als bisher inne, dass wir uns in dem 
Moselweinlande befinden. Die Weinbergflächen werden grösser, 
die Pflanzungen noch sorgfältiger und die berühmten „Lagen“ 
häufiger. Der nächste Ort oberhalb Trarbachs ist das Dörfchen 
Rissbach (1,) am Fusse des Bergrückens gelegen, der die 
Festung Montroyal trug. Hier beginnt wieder eine grosse 
Moselkrüramung, an deren äusserster Spitze das Dorf 
Wolf (r.) Gasth. bei Lorenz, liegt in sehr fruchtbarer 
Umgehung, Wolf ist der erste Ort (r.) im Trierer Regie¬ 
rungsbezirk. Die Einw. sind protestantisch; in dem Dorfe 
ein neuerbautes ev. Waisenhaus. In der Nähe auf demGöckels- 
berge die Ruinen des Klo st ers Wolf, das in der 2. Hälfte 
des 16. Jahrh. aufgelöst wurde und bald in Trümmer verfiel. 
Nach einer abermaligen Wendung der Mosel erscheint 
CrÖV (1.) oder Cröff; Gasth zur Gräfinburg; Hues ; Jung- 
bluth. Im Dorfe ein sehenswertes altes Haus, der Echter- 
nacher Hof, mit Erkern. Vor und hinter dem Orte, an der ganzen 
Moselkrümraung 1. reiche Weinberge mit guten Lagen, Stef¬ 
fensberger. Cröff wird schon 752 erwähnt, in welchem Jahre 
Pipin der Kleine die Cröffer Kirche dem Echternacher 
Kloster schenkte. Später kam das Dorf unter trierische Herr¬
	        

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