Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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in eine Ecke des Zimmers ein, wo sie krepirte und alle 
Fenster, Decke, Tische, Stühle und auch einen Vogel¬ 
käfig zertrümmerte, dessen Insasse lustig das Weite 
suchte. 
Was die Franzosen veranlaßt haben mag. ein 
friedliches Haus, von dem aus niemals auch nicht ein 
Schuß gegen ihre Vorposten gefallen war, zu beschießen, 
ist unbekannt; einen Osfensivstoß schienen sie nicht be¬ 
absichtigt zu haben; denn die französische Infanterie, 
die während der Kanonade ausgeschwärmt vorgerückt 
war, zog sich alsbald zurück, als unsere Infanterie ihr 
entgegeneilte. 
Am 29. Juli ist auf dem Kirchhof zu Saar¬ 
brücken der erste Gefallene im deutsch-französisch:n 
Kriege beerdigt worden, ein Ulan der 4. Eskadron 
des 7. Regiments, der Abends vorher auf Patrouille 
durch einen Schuß in den Kops getödtet wurde. Er 
war aus dem Fürstenthum Hohenzollern, diente erst 
6 Monate und kam auf seinen besondern Wunsch an 
dem für ihn verhängnißvollen Tage zum ersten Male 
vor den Feind. 
Am 30. Juli kurz vor 6 Uhr Morgens entspann 
sich ein lebhaftes Reneontre zwischen einer preußischen 
Patrouille und dem Feinde, der sich im Stiftswalde 
hinter St. Arnual festgesetzt hatte. Nachdem am Tage 
vorher von einer Patrouille die Meldung gemacht wurde, 
daß die Franzosen die Eisenbahnbrücke über die Saar 
zwischen Saargemünd und Hanweiler, vor welcher sie 
einige Tage vorher die Schienen weggerissen hatten, 
nicht nur wieder hergestellt, sondern die Schienen 
auch mit schweren Dieken belegt hätten, um vermuthlich 
G-schütz herüber zu bringen, wurde für den Morgen 
des 30. Juli von Major von Pestel eine größere 
Recognoscirung angeordnet. Eine Compagnie 40er 
Füsiliere erhielt den Befehl, bei Tagesanbruch am
	        

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