Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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Dieser festen, wahrhaft königlichen und frommes 
Sprache unseres Monarchen gegenüber dürfte es air 
Platze sein, die hoch- und übermüthige und eitle Pro- 
clamation zu lesen, welche Kaiser Napoleon unter der« 
22. Juli au das französische Volk gerichtet hat. Sil 
lautet in der Uebersetznng vollständig: 
„Franzosen, es gibt im Völkerleben feierliche Augen 
blicke, wo die Nationalehre, heftig erregt, sich als ein-! 
unwiderstehliche Macht aufdringt, alle Interessen bc 
herrscht und die Leitung der Geschicke des Vaterlandes 
ganz allein in die Hand nimmt. Eine dieser entschci 
dendcn Stunden hat jetzt für Frankreich geschlagen. 
„Preußen, dem wir wahrend des Krieges von 1861 
und auch seitdem bis jetzt die versöhnlichste Stimmung 
bezeugt haben, hat unserem guten Willen und unseren 
Langmut!) keine Rechnung getragen. Auf die Bahn der 
Eroberung geworfen, hat cs alles Mißtrauen geweckt, 
überall zu übertriebenen Rüstungen genöthigt und aus 
Europa ein Feldlager gemacht, in welchem Unsicherheit 
und Furcht um den nächsten Tag herrschen. 
„Ein Zwischenfall hat jüngst die Bestandlosigkei! 
der internationalen Beziehungen enthüllt und die ganze 
Schwere der Lage dargethan. Den neuen Forderungen 
Preußens gegenüber haben unsere Ansprüche sich Der* 
nehmen lassen. Man ist ihnen ausgewichcn und Hai 
sich darauf geringschätzig benommen. Unser Land hat 
darüber eine tiefe Erregung empfunden und alsball, 
hallte ein Kriegsschrei von einem Ende Frankreichs jimr 
andern. Es bleibt uns nichts mehr übrig, als unse« 
Geschicke dem Loose der Waffen anzuvertrauen. 
„Wir führen den Krieg nicht mit Deutschland, 
dessen Unabhängigkeit wir achten. Wir hegen den 
Wunsch, daß die Völker, welche die große germanische 
Nationalität bilden, frei über ihre Geschicke verfügen. 
Wir unsererseits verlangen die Herstellung eines Zu-
	        

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