Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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ohne Gefahr war, bewies die Thatsache, daß ein Knabe, 
welcher sich zu nahe in den Bereich der französischen 
Vorposten gewagt hatte, einen Schuß ins Bein erhielt 
und hierher zu seinen Eltern gebracht werden mußte. 
Am 24. Juli gegen Abend sind 7 französische 
Douaniers von Saarlouis hier eingebracht und unter 
Begleitung nach der Festung Coblenz gebracht worden. 
Dieselben hatten auf eine preußische Streifpatrouille 
geschossen, welche bis auf die französische Grenzstation 
„Zu den drei Häusern" (bei Saarlouis) vorgedrungen 
war. Dem Widerstand dieser Grenzbeamten ward da¬ 
durch ein Ende gemacht, daß eine Abtheilung Ulanen 
sie gefangen nahm. Auf diese Weise mehrten sich die 
kleinen Vorspiele des großen Kampfes, dem man hier 
mit Spannung und Besorgniß, jedoch mit vollem Ver¬ 
trauen auf den Sieg der deutschen Waffen entgegensah. 
Das Vertrauen ans Gott unb den endlichen Sieg un¬ 
serer gerechten Sache, das der greise Heldenkönig in 
allen seinen Erlassen an den Tag legte, es hatte sich 
dem ganzen Volke mitgetheilt. Am 25. Juli erließ 
Se. Majestät die Ansprache „An Mein Volk", worin 
cs heißt: 
„Es ist Mir ein nnabweisliches Bedürfniß, den 
Einklang der deutschen Geister öffentlich zu bezeugen 
und dem Ausdruck Meines königlichen Dankes die Ver¬ 
sicherung hinzuzufügen, daß Ich dem deutschen Volke 
Treue um Treue entgegenbringe, und unwandelbar halten 
werde. Die Liebe zum gemeinsamen Vaterlande und 
die einmülhige Erhebung aller deutschen Stämme und 
Fürsten hat alle Gegensätze versöhnt, und einig, wie kaum 
jemals zuvor, darf Deutschland in seiner Einmüthigkeit 
wie in seinem Recht die Bürgschaft finden, daß der 
Krieg ihm einen dauernden Frieden bringen und aus 
der blutigen Saat eine von Gott gesegnete Ernte deutscher 
Freiheit und Einigkeit sprießen werde." 
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