Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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gierungen, des Südens, wie des Nordens, an die 
Vaterlandsliebe und Opferwilligkeit des deutschen Volkes 
mit dein Aufrufe zur Vertheidigung seiner Ehre und 
Unabhängigkeit. Wir werden nach dem Beispiele unserer 
Väter für unsere Freiheit unb für unser Recht gegen 
die Gewaltthat fremder Eroberer kämpfen und in dieseni 
Kampfe, in dein wir kein anderes Ziel verfolgen, als 
den Frieden Europas dauernd zu sichern, wird Gott 
mit uns sein, wie er mit unsern Vätern war!" 
Und in welch nngehcnrein Contraste erscheint diesem 
bescheidenen und demüthigen aber auch selbstbewußten 
Sinne des Königs von Preußen gegenüber die Rührn 
rcdigkcit des Kaisers der Franzosen und seines chauvi- 
nistischen Anhanges. Bei Gelegenheit des Empfanges 
des aus lauter Napoleonischcn Creatnrcn zusammen 
gesetzten Senates sprach Minister Rauher zu dem Kaiser: 
„Die von Preußen verlangten Garantien wurden ver¬ 
weigert. Die Würde Frankreichs wird verkannt. Em. 
Majestät zieht das Schwert rrnd das Vaterland ist 
knirschend vor Entrüstung rrnd Stolz. Die Verirrungen 
eines überreizten Ehrgeizes und eines Tages großen 
Glückes (Sadowa!) mußten früher oder später hervor 
treten, Sire! Sie wußten zu warten; aber seit vier 
Jahren vervollkommneten Sie die Rüstungen Frankreichs 
und die Militärvrganisation." Unb am Schlüsse 
dieser Tirade forderte Rauher den Kaiser auf, das 
Commando der Armee persönlich zu übernehmen. Der 
Kaiser antwortete: 
„Meine Herren Senatoren! Ich war glücklich zu 
vernehmen, mit welch' lebhafter Begeisterung der Senat 
die Erklärung aufgenommen hat, welche der Minister 
der auswärtigen Angelegenheiten Ihnen zu machen be¬ 
auftragt war. In allen Verhältnissen, wo cs sich um 
die großen Interessen und die Ehre Frankreichs han¬ 
delt, bin ich sicher, tut Senat eine energische Stütze
	        

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