Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

Aor dem Kampfe. 
Alle Welt wollte beit Frieden und trotzdem sprach 
man von nichts als von Krieg; die Unsicherheit der 
französischen Zustände, die „Rache für Sadowa", die 
der napolevnische Chauvinismus brütete und mit der 
er öffentlich drohte, die große Majorität, welche das 
Kaiserreich bei dem dritten Plebiscit in der Armee 
gegen sich hatte, das Alles ließ die bange Welt ahnen, 
daß an einem schönen Morgen Deutschland nub Frank¬ 
reich in einen Riescnkampf verwickelt sein würden. Der 
Rnbenrnf der Franzosen nach dem Rhein wurde lauter 
und ihm gegenüber ertönte von Deutschland, das an¬ 
fing, Vertrauen zu sich selbst zu haben, lauter und 
lauter das Verlangen nach Herausgabe von Elsaß und 
Lothringen, wenn es zniu Krieg kommen und Deutsch¬ 
land Sieger bleiben würde. So zog näher und näher 
das Kriegsgewittcr heran. Die unverschämte Forderung 
des französischen Botschafters Beuedctti, Se. Majestät 
der König möge ihn autorisiren nach Paris zu telcgra- 
phircn, daß der König sich für alle Zukunft verpflichte, 
niemals seine Zustimmung zu geben, wenn ein hohen- 
zollerscher Prinz jemals ans die spanische Throncandi- 
datur zurückkommen sollte, wurde selbstverständlich ge¬ 
bührend zurückgewiesen, und als Beuedctti nochinals 
eine Audienz verlangte, ließ ihm Sc. Majestät durch 
den dienstthuenden Adjutanten sagen, daß er, der
	        

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