Full text: Logik

I. Einleitung-. 
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tivität der Erkenntnis begründet, auch ein Subjekt der¬ 
selben erst konstituiert. Die Ichbeziehung ist also nicht 
früher als die Gegenstandsbeziehung, beide drücken viel¬ 
mehr dieselbe Grundbeziehung, in der überhaupt die Er¬ 
kenntnis besteht, nur nach verschiedenen Seiten aus. Es 
ist also nicht nur „kein Objekt ohne Subjekt“ und um¬ 
gekehrt, nicht nur gehören beide zu einander wie „die 
Hälften eines Ganzen“ (Schopenhauer), sondern in unauf- 
heblicher Wechselbeziehung zu einander bezeichnen beide 
nur die Doppelrichtung eines und desselben Weges der 
Erkenntnis. Erkenntnis ist also an sich weder subjektiv 
noch objektiv, sondern beide, Subjektivität wie Objektivität, 
finden nur in der Erkenntnis und zwar in unaufheblichem 
Wechselverhältnis zu einander statt. Es ist gleichermaßen 
falsch, das Subjekt, wie, das Objekt der Erkenntnis voraus 
zu setzen; so wie überhaupt jeder Versuch mißlingen muß, das 
vor allem Denken Gegebene doch irgendwie zu denken. 
Die Logik aber hat es ausschließlich mit der Objekts¬ 
beziehung zu tun, die Subjektivität kommt für sie nur in¬ 
sofern in Betracht, als sie das notwendige Korrelat ist zu 
dem nur bedingten Charakter. der Gegenständlichkeit in 
der Erfahrung, der aus der Unvollendbarkeit des Er¬ 
kenntnisprozesses folgt. Im übrigen geht die Subjekts¬ 
beziehung die Psychologie an. 
§ 5. Die Materie der Erkenntnis. Erfahrung. 
Da Erkenntnis ganz in Denken, Denken in der Formung 
der Vorstellungen besteht, so fragt sich, was als das letzte 
Gegebene oder die Materie der Erkenntnis vorauszusetzen 
sei. Der Ausdruck des Gegebenen = X bleibt deswegen 
notwendig, weil Erkenntnis in einem fortschreitenden, sich 
gesetzmäßig entwickelnden, aber nie vollendeten Prozeß 
besteht, folglich ein noch nicht Erkanntes, erst zu Erkennen¬ 
des auf jeder Stufe bestehen bleibt. Was aber gegeben 
sei, läßt sich immer nur von der erreichten Erkenntnis 
aus definieren. Vor ihr ist das Gegebene nur das Auf¬ 
gegebene, das Problem, ein X, nicht ein A. Sagt man, daß 
durch das Gegebene, nämlich die Tatsache der Wahrnehmung, 
erst eine jede Frage der Erkenntnis entschieden werde, 
so ist erstens diese Frage doch nur durch die Erkenntnis
	        

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