Full text: Logik

A. Analytischer Teil. 
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eines Gegenstands eine erste gesetzmäßige Grundlage ge¬ 
geben. Sie enthalten das zureichende logische Fundament 
für den Gegenstand als Größe, und dies Fundament reicht 
aus für grenzenlos verschiedene Setzungen von Größen, unter 
denen auch wieder Beziehungen denkbar und, sofern sie 
in einer Erkenntnis zusammenbestehen sollen, zu denken 
notwendig sind. Aber eben darum bedarf es noch eines 
ferneren Verfahrens, solche Beziehungen einem Gesetze zu 
unterwerfen. Dieses Verfahren wird beruhen müssen nicht 
auf einer einfachen Synthesis eines Mannigfaltigen (diese 
ist in dem Doppelverfahren der Quantität und Qualität er¬ 
schöpft), sondern auf einer Synthesis von Synthesen. Dies 
ist es, was Kant als das Verfahren der Relation bezeichnet. 
Es besteht in der Tat in einem System von Glied zu Glied 
fortwirkender Beziehungen (Relationen), in welchen eine 
Synthese eine andere bestimmt. Seine Leistung ist: 
Ordnung des Einen nach dem Andern, wodurch ein System 
der Ordnung, d. i. eine Gesamtordnung entsteht; Ordnungs¬ 
bestimmung also nicht für die Glieder einer Reihe allein 
(dies leistet schon das verbundene Verfahren der Quantität 
und Qualität), sondern für Reihen von Reihen je in den 
korrespondierenden Gliedern, und schließlich für ein 
Reihensystem. 
§ 19. Die Stufen der Relation. 
Auch dieses Denkverfahren gliedert sich in drei Stufen 
entsprechend denen der Quantität und Qualität. 
Das erste Erfordernis zu der verlangten Reihenord¬ 
nung ist eine feste Maßreihe, als Grundlage der ganzen 
Reihenordnung. Wie das erste Erfordernis in der Quan¬ 
tität die Einheit als quantitative Grundsetzung und damit 
als Maß (d. h. Bestimmungsmittel) der Vielheit, in der 
Qualität die Identität als qualitative Grundsetzung und 
damit als Vergleichsgrundlage der qualitativen Mannigfaltig¬ 
keit, so ist das erste Erfordernis der Ordnungssynthese 
eine Grundreihe, die für alle verlangten Ordnungen als 
gemeinsames, eines und selbiges, gleichförmiges und stetiges 
Maß diene; die Aufstellung eines identischen Stellensystems 
oder einer Skala, in welche der Verlauf einer jeden der 
verglichenen Veränderungen sich gleichsam eintrage. Es
	        

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