Full text: Logik

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I. Einleitung. 
gestellt, zweitens ihre Beantwortung nur möglich durch eine 
bestimmte Verknüpfung von Denkelementen, die ebenfalls 
nur denkend vollzogen werden kann. Nun scheint es zwar 
eben die gegebene Tatsächlichkeit zu sein, welche unser 
Denken determiniert, die Elemente so und nicht anders zu 
verknüpfen. Allein diese Tatsächlichkeit besagt selbst nur 
die allseitige Determination des Gedachten (§ 2 u. 3). Daß 
durch die Tatsache der Wahrnehmung das Denken deter¬ 
miniert werde, besagt also nur, daß eben die allseitige 
Determination, welche die Erkenntnis sich zum Ziele setzt, 
im Gegebenen an sich vorauszusetzen sei; mit welcher 
Voraussetzung aber für das Verständnis der Erkenntnis 
nichts gewonnen wird. Was wirklich diese Determination 
vollbringt, ist allein der gesetzmäßige Zusammenhang aller 
einzelnen Ansätze, der erst jedem von diesen seine relative 
Festigkeit gibt. Unser Wahrnehmen selbst ist ein beständiges 
Konstruieren gedanklicher Zusammenhänge, ein Probieren 
möglicher Verknüpfungen von Denkbestimmungen, und das 
Kriterium des Gelingens die erreichte Einstimmigkeit des 
Ganzen, die im Zweifelsfall entscheidet, was in der Wahr¬ 
nehmung gegeben war. So aber bleibt jede Tatsachen¬ 
bestimmung hypothetisch, an sich korrigierbar, genauerer 
Bestimmung offen ohne Grenzen. Diesen Charakter unserer 
Erkenntnis drücken wir damit aus, daß sie nur „Erfahrung“ 
sei. Rein erfaßlich sind dagegen die letzten instrumentalen 
Begriffe der Erkenntnis, welche nicht sowohl Erkenntnisse im 
vollen Sinn, als die allgemeinen gesetzmäßigen Verfahrungs- 
weisen der Erkenntnis ausdrücken. Die alte Unterscheidung 
reiner und empirischer Erkenntnis führt sich somit zurück 
auf den Unterschied des bloßen Methodendenkens vom 
eigentlichen, nämlich gegenständlichen Erkennen, welches 
auf den gesetzmäßigen Methoden des Denkens zwar beruht, 
aber die allseitige Bestimmung des Gegenstandes gemäß 
diesen Methoden, die seine Aufgabe ist, nur in fort¬ 
schreitender Annäherung, nie abschließend erreicht. 
§ 6. Verhältnis der Logik zu den objektiven 
Wissenschaften. 
Das Verhältnis der Logik, als systematischer Ent¬ 
wicklung der reinen Erkenntnisgesetze, zu den Wissen¬
	        

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