Full text: Über die Freiheit

alberne Projektemacher zu bestimmten Sonderauf¬ 
munterungen für die Bauern. Sie sehen nicht, dass 
in der menschlichen Gesellschaft alles zusammen¬ 
hängt. Die Entvölkerung der ländlichen Gegenden 
ist die Folge einer schlechten politischen Einrich¬ 
tung. Hilfe für einzelne Leute oder jedes andere 
künstliche und nur vorübergehend wirksame Lin¬ 
derungsmittel wird nichts nützen. Nur Freiheit und 
Gerechtigkeit könnten Abhilfe bringen. Weshalb 
nimmt man dazu so spät als möglich Zuflucht? 
Man muss, sagt man uns gelegentlich, die Land¬ 
wirtschaft ehren und adeln; denn auf ihr beruht 
der Wohlstand der Nationen. Gescheite Leute haben 
diesen Gedanken entwickelt. Einer der scharfsin¬ 
nigsten, aber auch eigenwilligsten Köpfe des letzten 
Jahrhunderts, der Marquis de Mirabeau, hat ihn un¬ 
unterbrochen wiederholt. Andere haben dasselbe von 
den Fabriken gesagt. Man adelt jedoch nur durch 
Auszeichnungen, wenn man überhaupt durch künst¬ 
liche Auszeichnungen adeln kann. Nun, sobald eine 
Arbeit nützt und Gewinn abwirft, wird sie üblich. 
Welche Auszeichnung soll man dem allgemein Üb¬ 
lichen gewähren? Die notwendige Arbeit ist übrigens 
immer leicht. Es steht also nicht in der Macht der Re¬ 
gierung, die öffentliche Meinung dadurch zu beein¬ 
flussen, dass sie derjenigen Tätigkeit, die jeder gleich 
gut bewältigen kann, ein seltenes Verdienst beilegt. 
Die einzigen Achtung gebietenden Auszeichnun¬ 
gen, die eine Regierung verleihen kann, sind die¬ 
jenigen, welche Macht verkünden; denn sie bestehen 
zu Recht, und die Macht, die sich damit schmückt, 
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