Full text: Über die Freiheit

denerzeugnisse in genügender Zahl vorhanden sind; 
denn der persönliche Vorteil treibt die Menschen 
dazu an, einträglichere Arbeiten an die Hand zu 
nehmen als die Vermehrung von Waren, deren 
Menge den Preis verringern würde. Die Regierungen 
können die körperlichen Bedürfnisse der Menschen 
nicht ändern; Menge und Preis der Erzeugnisse, 
gleichgültig welcher Art, passen sich immer der 
Nachfrage an. Wirft eine Arbeit demjenigen, der 
sich ihr hingibt, Gewinn ab, so ist es töricht zu 
glauben, dass man noch besonders für sie werben 
müsse. Sind mehr Arbeitskräfte vorhanden, als es 
braucht, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu ver¬ 
werten, so werden sich die Bewohner natürlich an¬ 
dern Gewerbezweigen zuwenden. Sie spüren, und 
zwar ohne dass die Regierung es ihnen mitteilt, dass 
der Wettbewerb den Ertrag der Arbeit zunichte 
macht, sobald er eine bestimmte Grenze überschrei¬ 
tet. Eigene Berechnungen veranlassen das Privatin¬ 
teresse, eine gewinnreichere Beschäftigung zu suchen, 
ohne dass die Regierung es dazu auffordern muss. 
Wenn die Bodenbeschaffenheit eine grosse Zahl 
von Bauern verlangt, werden sich die Handwerker 
und Fabrikarbeiter nicht vermehren; denn da ein 
Volk in erster Linie zu essen haben will, vernach¬ 
lässigt es niemals seinen Lebensunterhalt. Weil der 
Bauernstand sehr notwendig ist, wirft er gerade 
dadurch viel mehr ab als jedes andere Gewerbe. 
Wenn kein schädliches Vorrecht die natürliche Ord¬ 
nung umkehrt, setzt sich die Einträglichkeit eines 
Berufes immer aus seinem absoluten Nutzen und 
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