Full text: Über die Freiheit

Regierung als auf den Berechnungen der Privatleute 
beruht, wird er nicht stark genug errichtet werden. 
Wer von vorneherein für Verluste entschädigt wird, 
die er erleiden könnte, wird nicht den gleichen Eifer 
und die gleiche Sorgfalt aufbringen, wie wenn er sich 
auf seine eigenen Kräfte verlassen müsste und nur 
diejenigen Erfolge zu erhoffen hätte, die er selber 
verdiente. Er wird mit Recht erwarten, dass die Re¬ 
gierung, die sich ja durch die erstbewilligten Gelder 
auf gewisse Art gebunden hat, ihm von nun an zu 
Hilfe kommen werde, wenn er strauchle, weil sie 
den Ertrag jener Gelder nicht verlieren wolle. Die¬ 
ser Hintergedanke ist von ganz anderer Wesensart 
als der eigentliche Antrieb der Industrie; er wird 
stets auf mehr oder weniger wirksame Weise jeder 
Tätigkeit und jeder Anstrengung schaden. 
Man stellt sich übrigens in den an die künstliche 
Hilfe der Regierung gewohnten Ländern allzu leicht 
vor, dass dieses oder jenes Unternehmen die mensch¬ 
lichen Kräfte übersteige, und das ist eine zweite Ur¬ 
sache für das Erschlaffen der Privatwirtschaft. Sie 
wartet darauf, dass die Regierung sie antreibe, weil 
sie gewohnt ist, den ersten Anstoss von der Regie¬ 
rung zu erhalten. 
Kaum ist in England eine Entdeckung bekannt 
geworden, so liefern zahlreiche Subskriptionen den 
Erfindern alle Mittel, sie weiter zu entwickeln und 
anzuwenden. Nur prüfen die Geldgeber die ver¬ 
sprochenen Vorteile viel sorgfältiger, als es eine Re¬ 
gierung tun könnte. Denn es ist das Bestreben aller 
auf eigene Rechnung tätigen Leute, sich nicht be¬ 
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