Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

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lohen der flandrischen Grafen genannt — nicht, sondern gab 
sie seinem Schwager Johann von Avennes1). Damit bekundete 
er von neuem, dass er durchaus gewillt sei, nicht nur seine 
Pläne in Bezug auf Seeland durchzusetzen, sondern auch seinen 
Schwager, den ärgsten Feind der Margaretha, zu unterstützen. 
Er teilte noch am 11. Juli dem Bischof von Cambray, welcher 
zum beständigen Vollzieher des Friedens von 1250 mit dem 
Bischof von Tournav ernannt war, seine Verfügung über Reichs- 
flandern mit1 2), und forderte am folgenden Tage die Vasallen 
dieses Landes zur Empfangnahme ihrer Lehen von Johann 
auf3). Der Papst bestätigte am 2. December 1252 die von 
Wilhelm auf dem Frankfurter Tage getroffenen Verfügungen4) 
und beauftragte am folgenden Page den Abt Heinrich von 
Fulda, für die genaue Beobachtung dieser Beschlüsse zu sorgen 
und die Widersacher zu excommunicieren5). 
Für König Wilhelms Stellung in Deutschland hatte dieser 
Reichstag vor Frankfurt weiter keine Folge: Konrads Anhänger 
hielten nach wie vor treu zu ihm. Zur Belagerung der dem 
Staufen treu gebliebenen Städte am Niederrhein war Wilhelm 
wiederum ausgezogen. Da er aber für sich allein nichts aus¬ 
gerichtet hätte, so hatte, er am 4. August im Lager vor Kaub die 
Hilfe des Erzbischofs von Mainz von neuem in Anspruch nehmen 
müssen und ihm dafür die Reichsstadt Oppenheim um 2000 Mark 
versetzt6): eine Stadt, welche freilich erst noch erobert werden 
musste. Aber auch diese neue Verleihung konnte nicht hin¬ 
dern, dass nach 2 Jahren eine Misshelligkeit zwischen dem Erz¬ 
bischof und dem König ausbrach; sie brachte also dem letzteren 
kaum einen Nutzen. Denn nur die kleine Stadt Friedberg in 
der Wetterau unterwarf sich ihm, worauf der König den 
Bürgern eine Erleichterung ihrer Kriegspflicht zugestand 7). Im 
übrigen vergrösserte sich in diesem Jahre die Zahl seiner An¬ 
hänger nicht. 
1) Reg. 151. 
2) Reg. 152. 
3) Reg. 154. 
4) Potth. II, 14793. Böhmer, Reg. 1246—1313, S. 321, nr. 116. 
5) Potth. II, 14796. Böhmer a. a. 0. nr. 117. 
6) Reg. 161. 
7) Reg. 164.
	        

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