Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

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Belagerung aufzuheben. Jedenfalls musste er unverrichteter 
Sache wieder abziehen. Einen Angriff auf das wichtige Frank¬ 
furt durfte er bei seiner unzureichenden Truppenzahl nicht 
wagen. Alle diese Städte traten erst nach Konrads Tode 1254 
freiwillig auf Wilhelms Seite. 
König Konrad hatte sich nach den oben beschriebenen 
Plünderungszügen wieder nach ßaiern zurückgezogen, und so 
konnte auch Wilhelm, um sich zu einem neuen Zuge gegen ihn 
und die ihm anhängenden Städte zu rüsten, sich nach Holland 
zurückbegeben. Zugleich riefen ihn aber auch die soeben 
beendeten flandrischen Händel wieder vom Rhein hinweg. Wenn 
auch, wie wir oben gesehen, der Friede zwischen dem König 
und der Gräfin geschlossen war, so waren doch von Seiten 
Wilhelms und seiner Anhänger noch nicht alle Bedingungen 
desselben erfüllt. Otto, Graf von Geldern, und der Bischof 
Heinrich von Lüttich, welche vertragsmässig für den Frieden 
bürgen sollten, hatten diese Bürgschaft aus einem uns unbe¬ 
kannten Grunde noch nicht geleistet. Da nun Margaretha auf 
der genauen Erfüllung des Vertrages bestand, so kam der König 
mit dem Bischof von Cambrai, welcher ja zum Vollzieher des 
Friedens mit ernannt war, und dem päpstlichen Legaten Peter 
zu Mons im Hennegau zusammen; hier stellten der Graf von 
Geldern und der Bischof von Lüttich auf Bitten Wilhelms die 
Bürgschaft für den Frieden aus*). So hatte der König den 
Vertrag formell erfüllt. Auch in diesem Jahre war er also 
nicht im Stande gewesen, irgend etwas den Forderungen der 
Margaretha gegenüber zu erreichen; dem päpstlichen Legaten 
allein verdankte er einen Aufschub der wichtigsten Verpflich¬ 
tung, welche er gegen sie hatte; sich ihrer zu entledigen, dazu 
fehlte ihm aber jede Macht. Andrerseits hatte er aber auch 
im Reiche selbst in diesem Jahre nur sehr wenig Ansehen ge¬ 
wonnen; er vermochte die Staufer nicht zu schlagen, ihre Städte 
nicht zu erobern; ja er hatte eine Schlacht gemieden und nicht 
einmal die Besitzungen seiner Anhänger gegen sie geschützt. 
Auch der im Dec. 1250 erfolgte Tod Friedrich II. änderte fast 
nichts an der Lage Wilhelms, wie an den Verhältnissen Italiens; 
1) Bergh I, nr. 529. 530.
	        

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