Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

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Köln hätte gerathen lassen, als es durch den Melropolitanverband scho» 
der Falt war; sie wählte also trotz der päpstlichen Bestimmung, im Ein¬ 
verständnis mit dem Volke, den Kölner Domdechanlen Goswin von Ran- 
dinrode zu ihrem Bischof und wusste ihn wirklich in den Besitz des 
Bistums zu setzen J), Von seiner Thätigkeit als Bischof zeugen zwei von 
ihm als „Erwählten von Utrecht“ ausgestellte Urkunden, deren eine nur 
das Jahr 1249*) hat; die zweite aber ist am 29. Nov. 1249 ausgefertigt3). 
Also vor diesem Tage ist Goswin von den Ulrechtern erwählt. Aber er 
vermochte sich in seiner Stellung gegen den von zahlreichen und mäch¬ 
tigen Anhängern unterstützten Gegenbischof Heinrich nicht zu halten. 
Ob er, wie Beka4) berichtet, wirklich „simplicitali deditus et de rebus 
ecclesie minus bene sollicitus war und das Bistum während seiner Regie¬ 
rung ebenso sehr erniedrigte, als sein Vorgänger es erhöht hatte“, können 
wir nicht mehr entscheiden: doch scheint dieses nur eine von Beka 
erdachte Beschuldigung zu sein, durch welche er die darauf folgende 
Absetzung rechtfertigen wollte. Das können wir aber wohl aus ihm 
entnehmen, dass nach etwa einem Jahre5) Goswin auf das Bistum ver¬ 
zichten musste. Der Umstand, dass er seitdem das Amt eines major 
decanus in Köln bekleidete6), scheint darauf hinzudeuten, dass eine 
friedliche Auseinandersetzung, vielleicht in der bei Beka angegebenen 
Weise des freiwilligen Verzichts Goswins, statt fand. Dieser Ausgleich 
muss vor Juni 1251 eingetreten sein, da Goswin in diesem Monat schon 
als major decanus in Colonia als Zeuge in einem zwischen Otto, Graf 
von Geldern, und Konrad, Erzbischof von Köln, geschlossenen Vertrage7) 
ist; später tritt er noch mehrmals als Domdechant in Urkunden auf8). 
Wahrscheinlich aber dauerte seine Regierung als Bischof, wie Beka an¬ 
gibt, nur etwa ein Jahr: der Mangel an Urkunden lässt uns aber dieses 
nicht genau beweisen. Nach Goswins Abdankung kam Heinrich von 
Vianden in den ungestörten Besitz des Bistums9). 
Beka hat ohne Zweifel, als er die Streitigkeiten der Herren von 
1) SS. XXII, 545, 22. 
2) Sloet II, nr. 701. 
3) Sloet II, nr. 709. 
4) Bei Böhmer, fontes II, 440. 
5) Saltem ad annum vel paulo plus, Böhmer a. a. 0. 440. 
6) Als solcher ist er Zeuge in einer Urkunde des Grafen von Geldern, 
Jun. 1251 (bei Sloet II, nr. 734) und des Erzbischofs von Köln vom 
4. März 1254 (Reg. Conr. nr. 385). 
7) Sloet II, nr. 734. Lacomblet II, nr. 375. 
8) 1254 März 4. Reg. Conr. 385, 1256 Febr. 26. Reg. Conr, 405. 
9) Er urkundet als Bischof v. Utrecht: 1252, Sloet II, 741. 1254 
März 12., Sloet II, 759. 
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