Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

November 1252 bis Anfang 1255 ist Gerhard nicht in seinem 
Hoflager gewesen. Papst Innocenz IV. schritt auch liier ver¬ 
mittelnd ein. Er schrieb am 23. Juli 1254') an den Erzbischof 
und am 27.1 2) an den König, um beide zum Frieden und zur 
Versöhnung aufzufordern. Aber während des Jahres 1254 
finden wir noch keine Annäherung beider; erst am letzten 
Januar des folgenden Jahres bemerken wir einen Erfolg der 
päpstlichen Ermahnung: Gerhard wird wieder als Zeuge in den 
königlichen Urkunden genannt3); er ist mit Wilhelm ausge¬ 
söhnt. 
In noch schlechterem Verhältnisse , stand der König zu 
Arnold, dem Erzbischof von Trier, welcher ihn überhaupt nur 
in den ersten Jahren nach der Wahl begünstigt zu haben 
scheint. Offen war aber der Streit zwischen beiden im Jahre 1252 
ausgebrochen4). Als nemlieh der König damals, um sich von 
Köln nach Mainz zu begeben, rheinaufwärts fuhr, forderte der 
Schullheiss von Koblenz, einer erzbischöflichen Stadt, da er 
ihn nicht kannte, von den Vorüberfahrenden den üblichen Zoll. 
Unwillig griff der König zu den Waffen, erlitt aber, obwohl 
seine Begleiter den Feinden an Zahl überlegen waren, eine 
schimpfliche Niederlage. Nur mit genauer Not entkam er den 
Verfolgern. Ob dieser Act von dem Erzbischof selbst in Scene 
gesetzt war — was unsere trierische Quelle durchaus bestreitet —, 
vermögen wir nicht festzustellen; der König war jedenfalls 
der festen Überzeugung, dass es nur auf seine Veranlassung 
geschehen sei, und soll nur durbh den Erzbischof von Köln 
und den päpstlichen Legaten zur Aussöhnung mit Arnold be¬ 
wogen sein. Auch der Papst schritt scharf gegen den Erz¬ 
bischof ein5), aus einem Schreiben an seinen Legaten Hugo 
vom 12. December 12526) ersehen wir, dass er sogar damit 
umging, an seine Stelle einen anderen zum Erzbischof wählen 
1) Pollh. It, 15406. 
2) Potth. II, 15472. 
3) Heg. 235. 
4) Gesta Trev. SS. XXLV, 412, 1 — 18. 
5) Potth. II, 14807. 
6} Potth. II, 14808.
	        

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