Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

und 11. August bestätigte der König ihnen dafür ihre Privi¬ 
legien und befreite sie von der Verpfändung an die Edlen ihrer 
Gegend'). Im October kam der Bischof von Worms persönlich 
in Wilhelms neu erbaute Pfalz zu Haag, um wegen seiner Stadt 
zu vermitteln, da grade sie ganz besonders Konrad unterstützt 
hatte: jetzt waren die Bürger zur Anerkennung Wilhelms ge¬ 
neigt. Auch sie wurden zu Gnaden angenommen und erhielten 
am 13. October eine Bestätigung ihrer Beeilte und Freiheiten 
Auch Oppenheim1 3), welches ja schon an den Erzbischof von 
Mainz versetzt war, und im folgenden Jahre Speier4) und die 
elsässischen Reichsstädte Hagenau5) und Kolmar6), sowie meh¬ 
rere kleinere Herrn anerkannten jetzt Wilhelm als römischen 
König. 
2. Stellung' der drei rheinischen Erzbischöfe zu Wilhelm. 
So hatte Konrad IV. Tod einerseits die günstigsten Folgen 
für Wilhelm ; aber zu gleicher Zeit regten sich auch seine Gegner 
und diese Gegner waren jetzt besonders die geworden, welche 
ihn vor sieben Jahren zum König erhoben hatten: die drei 
rheinischen Erzbischöfe. Keiner von ihnen hatte ihn im 
Jahre 1254 bei seinen Kämpfen gegen die Gräfin von Flan¬ 
dern und ihre Verbündeten unterstützt. Im Frühjahr 1254 7) 
war der Erzbischof Gerhard von Mainz von dem päpstlichen 
Legaten sogar excommuniciert8) und — aus welchen Gründen 
wissen wir nicht — mit König Wilhelm verfeindet. Vom 
1) Reg. 219-222. 
2) Reg. 224. 
3) Reg. 225. 226. 
4) Reg. 239. 
5) Reg. 246. 
6) Reg. 250. 
7) Zwischen Febr. 27. und Apr. 8. 
8) Ann. Wormat. SS. XVII, 56, 12—17, wonach der Erzbischof in 
der Stadt Oppenheim, obgleich sie mit dem Interdict belegt war, den 
Gottesdienst wieder herstellte: er hatte also zu Gunsten der Feinde 
Wilhelms, zu denen Oppenheim damals (1254, Apr.) noch gehörte, ge¬ 
handelt. Vielleicht war dieses der Grund seiner Excommunication ge¬ 
wesen.
	        

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