Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

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Avennes — in Anspruch nehmen, soll der Legat Capocci ent¬ 
scheiden ; während des Waffenstillstandes soll Raimund von 
Rar — einer der hei Westkappel von den Holländern gefangenen 
Grafen — aus der Gefangenschaft entlassen bleiben, falls seine 
Bürgen dem König dieselben Bürgschaften geben, wie vorher. 
Auffallend für uns ist bei diesem Waffenstillstände, dass König 
Wilhelm trotz der errungenen Vorteile den Gegnern so günstige 
Bedingungen gewährt. Man sollte meinen, dass er jetzt, da er 
Hennegau erobert hatte, auch der Gräfin von Flandern gegen¬ 
über seine Ansprüche geltend gemacht hätte. Aber davon wird 
nichts erwähnt. Den Grund dieser merkwürdigen Thatsache 
haben wir ohne Zweifel in der plötzlich veränderten Lage der 
Verhältnisse im Reich zu suchen. Diese machten eine rasche 
Beilegung der Streitigkeiten mit Flandern wünschenswert. 
Um noch kurz den weiteren Verlauf dieser anzugeben, so 
blieb Johann von Avennes im Besitz Hennegaus. Nach Ablauf 
des Waffenstillstandes brach der Krieg nicht wieder aus. Aber 
erst nach Wilhelms Tode wurde am 21. October 1256 durch 
Vermittlung des Herzogs Heinrich von Brabant zu Brüssel ein 
Friede geschlossen, wodurch die Verträge von 1167 und 1246 
erneuert wurden: Johann von Avennes behielt Hennegau, Veit 
von Dampierre Flandern, wegen Seeland blieb das Verhältnis 
Hollands zu Flandern, wie im Vertrage von Hedensee be¬ 
stimmt war. 
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