Full text: Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa

6.9.1955 
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Memorandum der CDU/Saar an den Bundestag. 
Kindt-Kiefer, an der Saar geborenes CDU-Mitglied, der zuvor 
mit Adenauer gesprochen hat, wird von Hoffmann empfangen. 
Hubert Ney hingegen lehnt eine Kontaktaufnahme ab. 
Louis Knaff, Direktor der „Saarbrücker Zeitung“, verlässt die 
Zeitung, da ihre Leitung durch einen Nicht-Saarländer (Knaff ist 
Franzose) dem Statut widerspreche. 
Der Vorsitzende der Europäischen Kontrollkommission De- 
housse stellt auf einer Pressekonferenz in Saarbrücken fest, dass 
die gewaltsamen Zwischenfälle bei den Versammlungen der 
Statut-Befürworter nun glücklicherweise beendet seien. Dennoch 
werden Druck und Störversuche vor den Eingängen der Säle bei 
Kundgebungen fortgesetzt. Die Kommission erlässt eine letzte 
Warnung an die Statutgegner. 
Rücktritt von Paul Senf als Finanzminister. Ministerialdirigent 
Max Wagner wird mit der Führung der Geschäfte des Ministeri¬ 
ums beauftragt. Die Demission Senfs wird nicht als Überra¬ 
schung gewertet, da er als Gegner einer allzu engen Wirtschafts¬ 
kooperation mit Frankreich gilt. Senf begründet seinen Rücktritt 
damit, dass nicht mehr wirklich über das Referendum abgestimmt 
werde. Er fordert den Rücktritt der Regierung, Neuwahl des 
Landtages und erst anschließend das Referendum. Solange Hec- 
tor an der Regierung sei, müsse eine Befriedung des Landes un¬ 
möglich bleiben. Im übrigen sei er überzeugt, dass auch in Frank¬ 
reich genügend Politiker die Einsicht hegten, dass man nicht ein¬ 
fach gegen den Willen der saarländischen Bevölkerung eine Art 
von kolonialistischem System aufrecht erhalten könne. 
Rede Hoffmanns in Völklingen. - Die pro-deutschen Parteien 
scheitern bei ihrem Versuch, die Kundgebungen zu stören. 
Die pro-deutsche Presse greift Luitwin von Boch an, der den Ar¬ 
beitern der Keramik-Fabrik Villeroy & Boch erklärt hatte, wel¬ 
che Folgen eine Ablehnung des Statuts und ein Auseinanderbre¬ 
chen der Wirtschaftsunion für das Unternehmen haben könnten. 
Außerordentlicher Kongress der CDU-Saar in Saarbrücken. Man 
will an dem Nein festhalten. 
Der Präsident der Evangelischen Kirche im Rheinland erklärt, in 
der Saarfrage Neutralität zu wahren. 
Sowjetische Souveränitätserklärung für die DDR, 
Der Ausschuss der CDU-Saar gibt eine Liste von zehn Punkten 
bekannt, die für die Ablehnung des Statuts maßgeblich sind, 
Gründung der Christlich-Sozialen Union (CSU-Saar), welche die 
Ansichten von Professor Senf vertritt. Vorsitzender ist Eckert, 
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