Full text: Die Berliner Herpin-Handschrift in der Staatsbibliothek zu Berlin (Ms. Germ. Fol. 464)

Vor den Klosterpforten warten Lewe und die Ritterschaft auf Einlass (Bl. 165v). 
(Bl. 165'/Abb. 66): Die Anordnung der Klostermauer und die der Fenster gestaltete der Miniator 
identisch gu der vorherigen Zeichnung (Abb. 65). Davor warten Fern und seine Kitter, unter denen sich 
ein kleinwüchsiger oder sehr junger Kitter befindet. 
Im Kloster kämpfen Lewe, Gerna und seine Ritterschaft gegen den Herzog. Dem Mar¬ 
schall von Florenz schlägt Lewe ein Ohr ab und die anderen drei Widersacher verstecken 
sich in einer Kammer. In der Kampfpause begegnen sich Lewe und Florentine. Die kalab- 
resischen Truppen kommen dem Herzog zu Hilfe, töten alle Sizilianer und nehmen Flo¬ 
rentine, Marie, Gerna und Lewe gefangen (Bl. 167—169'). 
(Bl. 1667Abb. 67): Fewe stürmt mit seinen Kittern in die Kummer, in der der Herzog und Floren¬ 
tine an der gedeckten Tafiel rechts im Kaum speisen. Florentine, in der Ordenstracht, springt mit ausge¬ 
streckten Armen aufi. Ihr gegenüber wehrt sich der Herzog mit einem Dolch gegen Fewes Angriff, der di¬ 
rekt vor ihm mit seinem Schwert gum Schlag ausholt: Das rechte Kein, aufi dem die Fast seines Körpers 
ruht, hat er nach vorne gebeugt, und um den Schwung des Schwertes aus^ubalanäeren, ist das linke Kein 
nach hinten durchgestreckt. Zwischen ihnen liegt ein toter Kitter bäuchlings mit gespaltenem Schädel aufi 
dem Koden und hinter Fewe ein weiterer, der aufi die Knie gesunken ist, während sein Kopf \wischen den 
ausgestreckten Armen am Koden liegt. Im Hintergrundfilieht der Marschall von Floren% der sich mit der 
rechten Hand das Ohr hält. Finks kämpft ein sifilianischer Kitter und gwei weitere eilen in den Saal. 
Florentine, die bereits ihre Focken offen trägt, umarmt und küsst Fewe in ihrer Kammer. 
In einem Innenraum nehmen vier kalabresische Kitter Fewe gefangen, der sich mit seinem gebrochenen 
Schwert nicht mehr wehren kann. 
Ein vom Kildrand stark angeschnittener Kitter führt die Gefangenen rechts nach Rige. Neben ihm ra¬ 
gen einige Keiterspieße von nicht mehr sichtbaren Kittern nach hinten in den Kildausschnitt. Hinter Fewe, 
Florentine und Gerna folgt Marie, doch wird sie von einem hinter ihr reitenden Kitter geführt. Finks hin¬ 
ten eskortiert ein weiterer mit einem Keiterspieß bewaffneter Kitter die Gefangenen 
Der Weiße Ritter greift ein und befreit die Gefangenen. Danach löst er ihre Fesseln und 
erteilt Gerna den Ritterschlag (Bl. 169'—172'). 
(Bl. 166'/Abb. 68): Im Fordergrund liegt ein bereits Erschlagener mit überkreugten Keinen; sein 
Pferd galoppiert, den Kopf nach hinten gewendet, davon. Der Weiße Kitter holt, im Sattel nach vorne ge¬ 
beugt, mit seinem Schwert weit aus, um dem Feind vor ihm den letzten Hieb %u verpassen. Dessen Pferd 
fällt auf die Forderbeine, sodass der Reiter über den Hals katapultiert wird. Unks vorne treibt ein Ka- 
labrese in Kückenfigur sein Pferd mit dem ganzen Körper %um Galopp an. Deshalb springt das Tier mit 
den Hinterfüßen ab, der Reiter blickt spi den Gefangenen hinüber, die auf ihre Kefreiung warten. 
Die Pferde und des Weißen Kitters sind um die Szenerie in der Mitte des Kildfeldes verteilt. Dort kno¬ 
tet der Weiße Kitter Fewes Fesseln auf, die um die Arme sowie um den Krustkorb gewickelt sind. Gerna 
wartet kniend und die Hände gefaltet neben den bereits befreiten Frauen, die ebenfalls die Hände gefaltet 
halten. 
Nach der Befreiung durch den übernatürlichen Helfer schlagen sie die Gegner in die 
Flucht (Bl. 172"). 
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