Full text: Die Berliner Herpin-Handschrift in der Staatsbibliothek zu Berlin (Ms. Germ. Fol. 464)

eine Botenszene zeigen, denn im Text wird Lewe von Kaiser Karls Ritt nach Bourges un¬ 
terrichtet. 
Doch bleiben die Überlegungen zu diesem Zeitpunkt spekulativ, denn eine Bildtraditi¬ 
on oder eine Verwandtschaft der drei Bildzyklen aus Wolfenbüttel, Heidelberg und Berlin 
kann nicht erwiesen werden. Die Bildserien eines einzigen Ereignisses variieren in ihrer 
Ausführlichkeit in den Codices aus Heidelberg und Berlin so stark, dass für die Berliner 
Version eine Rekonstruktion mit Hilfe der Heidelberger Bilderfolge unmöglich bleibt.556 
Im Vergleich ist festzustellen, dass der Heidelberger Zyklus bis auf wenige Ausnahmen 
umfangreicher mit Illustrationen ausgestattet wurde."" Dennoch bleibt festzuhalten, dass 
in der Berliner Handschrift eine Vielzahl der Miniaturen neu konzipiert werden musste, 
denn für die zu illustrierenden Szenen gab es nur wenige adaptierbare Darstellungen. 
556 Vgl. Anhang I. 
557 So beispielsweise das 68. Kapitel: In der Berliner Version unterteilen zwei Bildabfolgen mit insgesamt 
sieben Auslassungen das Kapitel, im Gegensatz zum Heidelberger Zyklus, der nur sechs Bilder hierfür 
zeigt. Bei einigen Kapiteln wurde in beiden Bildzyklen die gleiche Anzahl an Bildfeldern frei gelassen be¬ 
ziehungsweise illustriert. Doch die meisten Kapitel sind im Heidelberger Codex umfassender bebildert 
worden. 
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