Full text: Die Berliner Herpin-Handschrift in der Staatsbibliothek zu Berlin (Ms. Germ. Fol. 464)

sizilianische Heer auf den Kampf mit dem kalabresischen vor; das gegenüber steht. An prominenter Stelle 
stehen die beiden Heerführer und ihre Adjutanten. Links sitgt der König von Sizilien auf seinem Streit¬ 
ross. Der Ritter neben ihm wendet den Kopf in Erwartung eines Befehls ihm gu. Hinter diesem Ritter 
trägt ein weiterer das Banner der Sizilianer, das mehrfach verwickelt im Wind weht. Auf der gegenüber 
liegenden Seite stoppt der Herzog seine Truppen mit der rechten, behandschuhten Hand. Neben ihm reitet 
der Fürst von Tarant. Sein Pferd ist mit einer leichten Rosstim und einem Kantff29 gepanzert. Hinter 
dem Fürsten weht das Banner der Kalabresen im Wind. Auf beiden Seiten drängt sich das Heer hinter 
die Anführer zusammen. 
In der Bildmitte zfelt der König im Sattel stehend, mit seinem Schwert auf den vor ihm davon reiten¬ 
den Rätter, der in Rdickenansicht sein Pferd antreibt und gleichzeitig sein Schwert waagrecht zum Gegen- 
angriff auf ihn richtet. Im Vordergrund liegen zwei erschlagene Kalabresen; den einen Leichnam überreitet 
der König in seinem Angriff. Rechts galoppieren die Pferde der beiden Toten davon. Hinter dem König 
greift ein sizflianischer Rätter einen Kalabresen mit der Stechstange an, die zersplittert, als sie seine Brust 
trifft. Vom Aufprall der Lanze wird der Oberkörper des Feindes nach hinten auf die Pferdekruppe ge¬ 
drückt. Ein weiterer Sizilianer reitet auf das Schlachtfeld. 
In der Mitte reitet der Herzog mit hoch erhobenem Schwert über den verwundeten König der bäuch¬ 
lings auf dem Boden liegt. Er stürmt auf den sisjlianischen Bannerträger zu, der, bereits von einem 
Schwerthieb getroffen, kopfüber aus dem Sattel stürzt, die Füße nach hinten abspreizend, die Arme nach 
vorne streckend. Links in der hinteren Ecke kämpfen zwei Rätter auf ihren Pferden miteinander und 
rechts galoppieren weitere Rätter mit gezückten Schwertern aufeinander zu. 
Nach dem verlorenen Kampf berichten einige Ritter Florentine vom Tod ihres Vaters. 
Daraufhin beschließen sie mit Marie und Balduin zu fliehen und lässt Proviant packen. 
Zur selben Zeit dringt der Herzog in das Burginnere vor und erschlägt einige Bürger (Bl. 
217v-219v). 
(Bl. 214V/Abb. 89): Im Burginneren vor einer Durchreiche laden drei Männer und eine Frau Säcke 
mit Proviant auf einen am rechten Bildrand stehenden Leiterwagen. Die Frau trägt einen Sack auf dem 
Kopf, den sie von beiden Seiten mit den Händen stützt. Der Mann vor ihr wartet breitbeinig darauf, den 
über seinen rechten Arm gelegten Sack auf den Karren zu hieven. Der erste in der Reihe hebt bereits ei¬ 
nen zu dem Mann auf dem Leiterwagen hoch. 
Auf einem von Zinnen umgebenen Platz berichten zwei Bürger aus Bonefant Florentine und Balduin 
vom Sieg des Herzogs und dem Tod ihres Vaters. Der eine Bote hält die Zügel seines Pferdes in der linken 
Hand. Balduin und Florentine hören stehend zu. Hinter ihnen ragen zwei Gebäude der Burganlage auf. 
Der Herzog überfällt die Bürger auf dem Platz auJ ^em ^er Proviant eingeladen wurde. In der Bild¬ 
mitte überreitet er die bereits Ermordeten, um den vor ihm fliehenden Bürger einzuholen, der über einen 
am Boden liegenden Toten steigt. Der Verfolgte hebt gebückt sein Schwert zur Abwehr des nahenden 
Schlages. Hinter dem Herzog jagt ein kalabresischer Rätter einen vor ihm fliehenden Stadtbewohner. 
In der Zwischenzeit fliehen Balduin, Marie, Florentine und ihr Sohn auf einem Schiff 
(BL 219v-221!). 
429 Ein Halsstück, das aus zahlreichen beweglichen Platten bestand, damit das Pferd den Hals bewegen 
konnte, vgl. hierzu GELBHAAR 1996, S. 12 und BOEHEIM 1966, S. 217. 
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