Full text: Landesherrliche Finanzen und Finanzverwaltung im Spätmittelalter

LA Speyer, B 3, Nr. 632, 1448/49 
Die Rechnung der Kellerei Kirkel aus dem Jahre 1448/49 
Landesarchiv Speyer, Bestand B 3, Nr. 632 (fol. 1-22) 
Die Rechnung ist gebunden und trotz mittelbraunen Verfärbungen an den Außen¬ 
rändern der folia auf den ersten Blick gut erhalten. Bei näherer Betrachtung zeigt 
sich jedoch, daß die hellbraunen Verfärbungen des Papiers an den oberen Blatt¬ 
rändern von einem Wasserschaden stammen, der bereits eingetreten war, bevor 
das Rechnungsheft in den Einbanddeckel gebunden wurde. Denn auf den Seiten 1\ 
3V, 9r/v, 10', llr/v, 12r, 17r, I8r, I9r, 20v, 21ny sind Spuren oder wenige Reste von 
Rubrikenüberschriften (oft nur der untere Rand der Mittellängen) zu erkennen. 
Diese werden in der nachfolgenden Edition nur dort ergänzt, wo sich im Original 
diese Spuren finden. Nach den fehlenden Überschriften zu urteilen, müßten die 
Blätter am oberen Rande ursprünglich bis zu einem Zentimeter höher gewesen 
sein. Der Einband trägt das gedruckte Etikett Kirckler Kellerey Rechnun(g) DE 
ANNO 1448. Auf fol. 1'findet sich unten mit schwarzer Tinte der Eintrag Kirckler 
Kellerey Rech(nung) | 1448. Die Rechnung besteht aus drei Heften (folia 1-8 in 4 
Papierlagen, fol. 9-18 in 5 Lagen und fol. 19-22 in 2 Lagen); auf Blatt 2! ist eine 
quitancie eingeklebt (s.u.). Bei der in der ersten Person formulierten Titelüber¬ 
schrift, gefolgt von der Liste des Hausgesindes, auf fol. T fehlt die ausdrückliche 
Namensnennung des Kellers. Es kann davon ausgegangen werden, daß der in 
dieser Liste an erster Stelle genannte Joh(a)n(ne)s Marsteller mit dem Keller iden¬ 
tisch ist, da er auch in der Rubrik über Gesindelohn (fol. 9j mit den höchsten 
Bezügen an letzter Stelle auftaucht. Rubrikenüberschriften fehlen heute fast durch¬ 
weg; sie wurden sinngemäß ergänzt. Es hat aber den Anschein, als ob sie ur¬ 
sprünglich vorhanden gewesen wären, da sich auf manchen Seiten, wie in der 
Edition angegeben, Reste von ihnen finden, bisweilen sind nur noch die Unterlän¬ 
gen der Rubrikenüberschriften zu erkennen. Demnach müßten am oberen Blattrand 
mindestens etwa 2 cm Papier bereits gefehlt haben, als die Rechnung im pfalz- 
zweibrückischen Archiv eingebunden wurde. Das Rechnungsheft enthält eine Re¬ 
zeßurkunde (quitancie) auf Papier, die zwischen den ersten beiden Blättern einge¬ 
klebt wurde und die den ältesten erhaltenen Rezeß der Rechnungsserie aus Kirkel 
darstellt. Einzelbelege (zedel) fehlen. Als Wasserzeichen taucht auf fol. 1, 2, 7, 8, 
10, 12, 15, 17 und 19 eine schlichte Waage mit einem durch einen bloße Linie 
markierten Waagbalken und zwei annäherrnd halbkugelförmigen Waagschalen 
auf die an je drei Linien (Schnüren? Ketten?) aufgehängt sind. 
[ 1r] Inname an gelt körn vnd win | als ich ingnom(m)e(n) 
han von dem | sontag an Remenisce(re) anno ( 1 4) 14 8 ° 
biss off sontag Reminisce(re) | anno (14)49° vnd ist 
duss daz | hussgesin: 
P(ri)mo Joh(an)nes marstelle(r), 
Heilma(n), 
It(em) Wiltrich, 
It(em) Paffenheintz, 
87
	        

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