Full text: Landesherrliche Finanzen und Finanzverwaltung im Spätmittelalter (47)

Rechnungen der Kellerei Kirkel 
Die Rechnung der Kellerei Kirkel aus dem Jahre 1476/77 
Landesarchiv Speyer, Bestand B 3, Nr. 651 (fol. 1-27) 
Der Rechnungsband weist keine größeren Schäden auf wiewohl seine Bindung 
aufzubrechen droht. Er besteht aus zwei Heften, von denen das erste 5 Lagen (fol. 
2-11) und das zweite 5 oder 6 Lagen (fol. 12-27) umfaßt; Blatt 1 ist vor das erste 
Heft angeklebt; das zweite Rechnungsheft beinhaltet außerdem 5 Beilagen, näm¬ 
lich die Rezeßurkunde des Vorjahres für den Keller (fol. 16), zwei Belegzettel zur 
Kornrechnung (fol. 16 und 18), einen Beleg über den Zehnten aus Homburg (fol. 
25) und eine Quittung der Brüder Simon Wecker, Friedrich, Walraf und Heinrich 
von Zweibrücken-Bitsch über den Erhalt von zehn Gulden (fol. 26). Auf Blatt 1' 
steht der übliche Eintrag Kirckler Kellerey | Rechnung und die Jahreszahl 1476 
von unterschiedlicher Archivarshand. Auf der Innenseite des rückwärtigen Ein¬ 
banddeckels ist das alte Deckblatt des Rechnungsheftes Nr. 635 aus dem Jahr 
1452/53 aufgeklebt, das die Aufschrift Kirckell von einer Hand des 16. Jahrhun¬ 
derts und die Jahreszahl 1452 trägt, beide mit unterschiedlicher Feder und Tinte 
geschrieben; auch die stärkere Verschmutzung der ehemals außenliegenden jetzi¬ 
gen Innenlängskante des Blattes weist darauf hin, daß es sich um ein ursprüngli¬ 
ches Deckblatt gehandelt hat. Das Etikett auf dem Buchrücken trägt den Aufdruck 
Kirckler | Kellerey j Rechnung | DE \ ANNO | 1476. Die gesamte Rechnung weist am 
Blattrand links neben den Textblockbuchungen dieselben Paraphen auf wie Rech¬ 
nung Nr. 649. Als Wasserzeichen findet sich eine ganz ähnliche Initiale q wie bei 
Nr. 648, 649 und 650, nur ohne die überragende Kreuzblume, auf den folia 3, 8, 
11, 12, 21 und 27 sowie auf dem Belegzettel fol. 16. 
[lv] Entpheingnis, als ich Cuntz keller j in dem ampt zu 
Kirckel ingen(o)men | vnd widder uss han geben, zum 
ersten | an gelt, darnach an körn, weiss, spe<ltz>, 
gerst vnd habern vnd win von dem | sondag Invocauit an 
in anno ( 1 4) 17 6 biss widder uff sondag Invocauit | in 
anno 77°. 
[2r] Innam zu ersten meyhe- vnd | [vnd] herbestschafft vnd ongelt j von dem 
winschanck vnd von | dem geleid. 
It(em) 4 lib(rae) 8 s d der meihesc<h>aff | zu Erbach alt geltz. 
It(em) 6 lib(rae) 12 s d herbsschafft zu Erbach | genu(m)men vor 4 lib(rae) 8 s 
nuwess | gelts. 
lt(em) 6 lib(rae) 5 s, dunt funff gülden meihe|schaff zu Obergeilbach, der gulde 
gerecht | vor 25 s altz geltz. 
It(em) 6 lib(rae) 15 s, dut funff guld(en), herbestjschafft Obergeilbach, de(r) 
guld(en) gerecht | vor 27 s altz geltz. 
It(em) 7 lib(rae) 10 s dunt sess guld(en) meihejschafft zu Eynot, der guld(en) ge¬ 
recht | vor 25 s altz geltz. 
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