Full text: Die Prinzessin von Ahlden und Graf Königsmark in der erzählenden Dichtung

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schaffen. Den Schreibstoff liefern TremarsiZs Rdern, die das zarte Weib 
deshalb aufreißt. — Der Pakt mit dem Teufel. — Der Teufel wird 
aber geprellt. — Wieder bei Vernunft macht der Graf Ausflüchte, zer¬ 
stört das Dokument und entflammt Rdina dadurch zur Raserei: „Wenn 
es was rares / alle vier Elementen in einer kleinen Zache beysammen 
zu sehen / so ist es was gemeines in einem boßhafften Frauenzimmer: 
Man trifft den Unflat im Munde / das Feuer auf den Wangen / die 
Lufft in dem Brausen der Nasen / und endlich wenn sie nicht weiter 
können / das Wasser in den Rügen an." In dieser Stimmung läßt sie 
seine haft verschärfen, ihn hungern und frieren, und abermals Rüstungen 
zum Halsgericht treffen. Rls die Rot am größten, ist wie immer die 
Hilfe am nächsten, die einige Freunde, von einem heimlich abgesandten 
Diener herbeigerufen, dem Grafen durchs Gefängnisgitter zusagen. Im 
Einverständnis mit ihnen macht er seiner Kerkermeisterin neue Hoffnung 
und bestimmt sie zu einem Russlug am nächsten Tage. Die Befreiung 
glückt. Mit angenehmer Zugabe von hohn und Spott vollzieht man 
nun das jus talionis bis ins einzelnste. Schimpflich geknebelt und in 
einen Sack verpackt wird Adina weggeführt, nach der Grotte von Pozzulo 
(pozzuoli), wo sie durch Eintauchen ins Wasser enthext werden soll. — 
Wie früher bei Gelegenheit des Gallierkampfs durch Erzählung 
von Kriegsgeschichten, bei der Erwähnung von Madrid durch Beschrei¬ 
bung des obligaten Stiergefechts, kann sich hier der Rutor nicht versagen, 
sein Wissen durch eingehende Schilderung der Hundsgrotte und ihrer 
Wunder an den Mann zu bringen. Zeitgeschmack: „Tollgewordene 
Enzyklopädien" nennt Eichendorff die heroisch-galanten Romane des 
17. Jahrhunderts. — 
Die Reise erleidet eine unliebsame Unterbrechung. Lin Wirtshaus 
am Wege muß zwei Sterbende aufnehmen. Geschickt im Gebrauch ver¬ 
gifteter Waffen hat die Gräfin ihrem abtrünnigen Galan im Rugen- 
blick der Befreiung, sich selbst auf der Fahrt eine tätliche Wunde bei¬ 
gebracht. Die großmütige Verzeihung TremarsiZs und der trostreiche 
Zuspruch eines Kavaliers, der wie ein gelernter Pastor redet, bewirkt 
zwar innere Einkehr, benimmt ihr aber nicht die Furcht vor dem 
Jenseits. 
Sie stirbt sonach wie es einem Bösewicht ziemt in Schrecken, der 
Graf aber in christlicher Fassung. 
Entsprechend ist die Rrt der Bestattung. Der Sünderin Leichnam 
wird nachts von der Hand des Wirtes in der öden Gegend Sollatara 
vergraben, dem „Schornstein der Hölle allwo alles voll Schwefel / Rlaun
	        

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