Full text: Vorlesungen über praktische Philosophie

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Kap. V. § 83. 
gesagt) ohne bis zu ihm selbst kommen zu können. Also 
welches sind die Merkmale, die kategorialen, und das heißt: 
schöpferisch gestalteten Momente der Individuität des 
Gehalts ? 
Das Kriterium des Kategorialen, und ganz besonders 
dieses, in der gegenwärtigen Dimension der Betrachtung 
Letztkategorialen, ist, daß keine der hier auf tretenden Ka¬ 
tegorien nur geschieden, und gar beziehungslos, neben den 
anderen steht, sondern jede auf die anderen (nicht nur die 
zunächst stehenden, gleichsam unmittelbar anstoßenden, 
sondern zuletzt alle anderen) sich zugleich erstrecken, alle 
(wie schon Plato im „Sophisten“ feststellt) mit allen sich 
mischen, durch alle hindurchgehen, also alle zu einander 
nicht nur wechselbezüglich sind, sondern sich durchdringen, 
doch ohne damit jemals ihre Eigenheit (der Struktur, Funk¬ 
tion und Gehaltigkeit) zu verlieren. So wird also, wenn (wie 
wir bisher schon angenommen, aber eigentlich jetzt erst ab¬ 
zuleiten und endgültig zu begründen haben) die erschöpfende 
oberste Disposition des Sinngehalts die in den theoretischen, 
praktischen und poietischen Gehalt ist, alles Theoretische 
auch unter praktische und poietische, alles Praktische auch 
unter theoretische und poietische, alles Poietische auch 
unter theoretische und praktische Betrachtung irgendwie 
fallen. So hat es sich unter den Gesichtspunkten der Struktur 
und der Funktion schon herausgestellt; es wird in den Wech¬ 
selbeziehungen des so dreigegliederten Gehaltes sich von 
neuem und in noch umfassenderem, eben gehaltigerem Sinne 
wiederum her ausstellen. Sofern aber für uns hier (da wir 
jetzt praktische Philosophie treiben) der Gesichtspunkt der 
Praxis der bestimmende sein muß, so geht hier besonders 
das uns an: i. daß Schöpfung, wie nach ihrem statischen 
Moment in der Theorie, so nach dem dynamischen in der 
Praxis, dagegen statisch-dynamisch, und schließlich über- 
statisch-dynamisch, in der Poiesis sich ertätigt; 2. daß der
	        

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