Full text: Vorlesungen über praktische Philosophie

Kapitel IV 
Die Funktionsgesetzlichkeit der Aktivität 
§ 61. Wir kommen nun zu den Funktionsgesetzen der 
Grundkategorien, d. h. wir untersuchen, nicht sowohl, was 
sie leisten in der vollen Entwicklung der in ihnen ausge¬ 
drückten Gestaltungsmöglichkeiten, was sie leisten in der 
Konstitution alles Sinngehalts, und hier insbesondere des 
Sinngehalts des Praktischen, sondern wie, auf welchem 
Wege sie es leisten, in welchen Richtungen sie, um es zu 
leisten, sich auswirken müssen. Wir bleiben damit immer 
noch im Formalen der konstituierenden Gesetzlichkeiten, 
um dann erst das so Geleistete und weiter zu Leistende 
auch seinem materialen Gehalt nach ins Auge zu fassen. 
Aber das Formale soll erst recht jetzt allen Schein starrer 
Geformtheit abwerfen und ganz in der aktiven Gestalt der 
Formung, der Formgebung, Formerzeugung sich uns dar¬ 
stellen. Wir werden damit wieder ein Stück tiefer eindringen 
in den unterscheidenden Sinn der Aktion und damit der 
Praxis. 
Wir unterscheiden solcher Grundrichtungen des Funktio- 
nierens der kategorialen Prägung drei, die wir benennen: 
Rationalisierung, Historisierung, Aktualisierung. 
i. „Ratio“ bedeutet etwas wie Rechnung, Rechenschafts¬ 
ablage. Das würde führen auf das, was schon einmal genannt 
wurde: Buchführung, Selbstkontrolle, Selbstrechenschaft 
der Handlung davon, was dabei eingesetzt wird und was 
gewonnen, in der Absicht der Balanzierung, der Wahrung
	        

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