Full text: Ethik

darin hat. Die Subjektivität ist selbst die absolute 
Form und die existierende Wirklichkeit der Substanz, 
und der Unterschied des Subjekts von ihr als seinem 
Gegenstände, Zwecke und Macht ist nur der zugleich 
ebenso unmittelbar verschwundene Unterschied der 
Form. 
Die Subjektivität, welche den Boden der Existenz 
für den Freiheitsbegriff ausmacht und auf dem 
moralischen Standpunkte noch im Unterschiede von 
diesem ihrem Begriff ist, ist im Sittlichen die ihm 
adäquate Existenz desselben. 
§ 153- 
Das Recht der Individuen für ihre subjektive 
Bestimmung zur Freiheit hat darin, daß sie der sitt¬ 
lichen Wirklichkeit angehören, seine Erfüllung, indem die 
Gewißheit ihrer Freiheit in solcher Objektivität ihre 
Wahrheit hat, und sie im Sittlichen ihr eigenes 
Wesen, ihre innere Allgemeinheit wirklich besitzen. 
Auf die Frage eines Vaters, nach der besten Weise 
seinen Sohn sittlich zu erziehen, gab ein Pythagoreer 
(auch anderen wird sie in den Mund gelegt) die Ant¬ 
wort: wenn du ihn zum Bürger eines Staats von 
guten Gesetzen machst. 
§ 154- 
Das Recht der Individuen an ihre Besonderheit ist 
ebenso in der sittlichen Substantialität enthalten, denn 
die Besonderheit ist die äußerlich erscheinende Weise, 
in welcher das Sittliche existiert. 
§ 155- 
In dieser Identität des allgemeinen und besonderen 
Willens fällt somit Pflicht und Recht in Eins, und der 
Mensch hat durch das Sittliche insofern Rechte, als er 
Pflichten, und Pflichten, insofern er Rechte hat. Im ab¬ 
strakten Rechte habe Ich das Recht, und ein anderer die 
Pflicht gegen dasselbe, — im Moralischen soll nur das 
Recht meines eigenen Wissens und Wollens, sowie meines 
Wohls mit den Pflichten geeint und objektiv sein. 
14 Liebert, Ethik. 
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