Full text: Gedanken

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Das ist die Voraussetzung gesellschaftlichen 
Daseins: was durch Fähigkeiten und durch 
innere Kraft in höhere Schichten auftsteigt, 
muß durch die Strenge der Form und die 
Unbedingtheit der Sitte erzogen und geadelt 
werden, um in den Söhnen und Enkeln diese 
Form nunmehr selbst zu repräsentieren und 
weiterzngeben. Eine lebendige Gesellschaft 
erneuert sich unaufhörlich durch wertvolles 
Blut, das von unten, von außen einströmt. Es 
beweist die innere Kraft der lebendigen Form, 
wieviel sie aufnehmen, verfeinern und anglei¬ 
chenkann, ohne unsicher zu werden. 
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Alles was man Pflicht nennt, die Voraussetzung 
jedes echten Rechts, die Grundsubstanz jeder 
vornehmen Sitte, geht auf Ehre zurück. Seine 
Ehre hat das Bauerntum wie jedes Handwerk, 
der Kaufmann und der Offizier, der Beamte 
und die alten Fürstengeschlechter. Wer sie 
nicht hat, wer „keinen W'ert darauf legt“, vor 
sich selbst wie vor seinesgleichen anständig 
dazustehen, ist „gemein“. Das ist der Gegen¬ 
satz zur Vornehmheit im Sinne jeder echten 
Gesellschaft. 
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