Full text: Gedanken

Ethikers mitten in seiner Tatsachen weit - er 
hat recht. Für den Gläubigen sind aller Fhr- 
geiz und Erfolg der geschichtlichen Welt sünd¬ 
haft und ohne ewigen Wert-er hat auch recht. 
Ein Herrschender die Religion in der Richtung 
auf politische, praktische Ziele verbessern will, 
ist ein Tor. Ein Sittenprediger, der Wahrheit, 
Gerechtigkeit, Frieden, Versöhnung in die 
Welt der Wirklichkeit bringen will, ist eben¬ 
falls ein Tor. Kein Glaube hat je die Welt ver¬ 
ändert und keine Tatsache kann je einen Glau¬ 
ben widerlegen. 
Die Geschichte lehrt, daß es auf das einzelne 
Ich nicht ankommt; die Religion predigt das 
Gegenteil. Darin liegt das ewige Einander¬ 
nichtverstehen der geschichtlichen und reli¬ 
giösen Mächte. 
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Alle jungen Sekten sind im tiefsten Grunde 
staats- und besitzfeindlich, gegen Stand und 
Rang und für allgemeine Gleichheit einge¬ 
nommen. Und umgekehrt hat jede revolutio¬ 
näre Bewegung die ganz ungewollte und oft 
gar nichtbemerkte Tendenz, kultischeFormen
	        
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