Full text: Historische Blicke auf das Land an der Saar

Teammitgliedern im Stadtraum bei Fragen zum aktuellen Straßenverlauf (mittels 
aktuellem Stadtplan) helfen. Sie waren auch berechtigt, im Internet zu surfen, um 
die Spielaufgaben lösen zu können. Als Belege für die gelösten Aufgaben schick¬ 
ten die Spieler im Stadtraum Fotos und Filme per UMTS via e-mail an das HQ“33. 
In abgewandelter Form ließe sich ein solches Spiel sicher auch an saarländische 
Städte oder die Region anpassen. Darüber hinaus könnte man es noch mit Geo- 
caching verbinden, einer Art von elektronischer Schnitzeljagd oder Schatzsuche, 
bei der Verstecke, die auf einer Website mit Koordinaten gekennzeichnet sind, mit 
Hilfe eines GPS-tahigen Geräts gefunden werden sollen34. Eine anschließende Un¬ 
tersuchung der Lerneffekte durch dieses Spiel ergab, dass die „Spiel-Gruppe“ bei 
einem Test signifikant besser abschnitt als eine Vergleichsgruppe, die auf her¬ 
kömmliche Weise unterrichtet worden war35. 
Auch wenn diese Spiele zunächst für Kinder und Jugendliche entwickelt wur¬ 
den, könnte man auch an eine Umsetzung für erwachsene Spieler denken. 
Immer wichtiger werden im „digitalen Zeitalter“ Webtechnologien und Neue 
Medien in einem speziellen Bereich, der in Deutschland noch bis vor kurzem be¬ 
grifflich vor allem unter „außerschulischer Vermittlung von Geschichte“ gefasst 
wurde und in den Lehramtsstudiengängen verankert war. Daneben hat sich nun 
Public History neu etabliert. Public Historv wurde als Terminus in den 80er Jahren 
des 20. Jahrhunderts in den USA von Robert Kelly eingeführt und verbreitete sich 
bald in englischsprachigen Ländern. In Großbritannien ist er allerdings erst seit 
dem letzten Jahrzehnt geläufig36. Seine Definition ist bis heute umstritten37 38. Kelly 
selbst beschrieb damit zunächst nur neue Betätigungsfelder von Historikern außer¬ 
halb von Universität und Schule3s. Dazu zählten „Politikberatung, Untemehmens- 
geschichte, Geschichte in den Massenmedien (Film und Fernsehen, Zeitschriften), 
Denkmalswesen, Museen und Gedenkstätten, Verbände und Stiftungen, Politische 
Bildung, Archiv- und Dokumentationswesen, Familien- und Lokalgeschichte so¬ 
wie das Publikationswesen“39. Thematischer Schwerpunkt der Public History war 
und blieb die amerikanische Geschichte, der wichtigste Aufgabenschwerpunkt 
blieb über die Jahrzehnte die Erschließung und Analyse neuer Berufsfelder für His¬ 
Franz Josef Röll, Selbstgesteuertes Lernen mit Medien, in: Medien bilden - aber wie?! 
Grundlagen für eine nachhaltige medienpädagogische Praxis, hg. von Kathrin Demm- 
LER/Klaus LUTZ/Detlef MENZKE/Anja Prölb-Kammerer, München 2009, S. 59-78, hier 
S. 74-75. 
74 http://www.geocaching.de/ (3.1.2012). 
35 „Also research was done to measure the effects of,gaming4 on learning by the University 
Utrecht and the University of Amsterdam. From this research one of the results was that 
pupils that played the mobile game scored significantly higher on a knowledge test then 
pupils who had the same material in a traditional lesson“: 
http://www.waag.org/project/frequentie (3.1.2012). 
36 Eine Zusammenfassung der Entwicklung in Großbritannien bot zuletzt: People and their 
Pasts: Public History Today, hg. von Paul ASHTON/Hilda Keane, Basingstoke 2009. 
37 Simone Rauthe, Public History in den USA und der Bundesrepublik Deutschland, Frei¬ 
burg 2001, S. 100-141. 
38 Robert Kelly, Public History. Its Origins, Nature and Prospects, in: The Public Historian 
1 (1978), S. 16-18. 
39 Irmgard ZÜndorf, Zeitgeschichte und Public History, Version: 1.0, in: Docupedia- 
Zeitgeschichte, 11.2.2010, https://docupedia.de/zg/Public_History?oldid=75534, S. 3. 
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