Full text: Historische Blicke auf das Land an der Saar

arbeite er jetzt an der Reparation. Ausgenommen sei die Hälfte des Hafers an Or¬ 
ten, die das Gewitter getroffen habe105. Auch im leyenschen Unteramt Münchwei¬ 
ler legte er 1666 selbst die Renten um; der Termin war zuvor auf der Kanzel be¬ 
kanntgegeben worden106. Säumige Zahler wurden nicht nur von Zeit zu Zeit durch 
den Amtsboten an ihre Rückstände erinnert, der Kellner selbst ritt durch das Amt, 
um die Leute zur Zahlung oder zur Arbeit anzuhalten, so Anfang Januar 1666107. 
Damals stellte er fest - wie bereits im November des Vorjahres die (Schaft-) 
früchte würden ziemlichermaßen geliefert, aber Geld lasse sich schwerlich bei- 
bringen. Zwei Untertanen aus Reinheim hätten ihre Schuld mit vier gemästeten 
Schweinen beglichen108. Andere erhielten die Möglichkeit, ihre Schatzungsschuld 
abzuarbeiten, wobei täglich 10 Albus angerechnet wurden109. Bei der Anlage des 
Weihers von Rubenheim durch einen Friesen hatte ein Untertan, der 14 Albus 3 
Pfennig Schatzung schuldete, Anfang Januar 1666 alle Hecken zu roden110 Ande¬ 
re Schuldner beseitigten im selben Monat die kleinen Hecken im Blieskasteler 
Tiergarten. Er, Kellner, treibe ohne Nachlass die Säumigen zur Arbeit, könne dazu 
aber keine weniger als die Wölferdinger bringen11'. Bei vielen Untertanen sei auch 
durch Exekutionen nichts zu holen. Manche erboten sich, nach und nach im Jahr, 
wenn sie etwas aus Vieh oder sonsten lösen könnten, zu zahlen112. 
Eine große Last war für den Kellner die regelmäßige Erstellung der Rechnun¬ 
gen. Sie waren für das vorangehende Jahr bald im Frühling dem Dompropsten vor¬ 
zulegen und wurden bis zum Herbst von ihm abgehört. Wenn der Freiherr nicht in 
Blieskastel weilte, musste Buchholtz dazu nach Trier kommen. Mitunter sprang 
auch Linden als Prüfer ein, so im Herbst 1663113. Die von den Bauleuten erstellten 
Rechnungen, mit denen der Kellner nichts zu tun hatte, wurden von Raderus ge¬ 
prüft114 *. Mehr als einmal musste Buchholtz um Fristverlängerung bitten. So sollte 
er Anfang Januar 1666 binnen 14 Tagen bei Damian Hartard erscheinen, erbat 
dann aber Verlängerung bis in die Fastnacht115. Schon am 20. Januar konnte er die 
Wein- und Salzrechnung übersenden. Was in recessu an Wein und Salz er schuldig 
geblieben, habe er (dem Aufseher) Mattheis überliefert116 Die Einsendung der an¬ 
105 Die Reinheimer und Wittersheimer, die keinen Hafer behalten hätten, wollten auch kei¬ 
nen geben (Bericht Buchholtz vom 20.10.1666, b). 
106 Bericht Buchholtz vom 17.11.1666 (b). 
107 Bericht Buchholtz vom 7.1.1666 (b). 
I(IS Bericht Buchholtz vom 29.11.1665 (a ). 
109 So den Arbeitern im Tiergarten; sie erhielten aber keine Kost (Bericht Buchhholtz vom 
28.2.1666, b). 
110 Bericht Buchholtz vom 5.1.1666 (b). 
111 Das belegt das offenbar besonders ausgeprägte Selbstbewusstsein der dortigen Bauern 
(Bericht Buchholtz vom 20.1.66, b). 
112 Bericht Buchholtz vom 8.12.1666 (LA Sb vdL, Nr. 2777.). 
1 Mitteilung des Kurfürsten Karl Kaspar an Damian Hartard in Regensburg vom 17.9.1663 
(LHA Ko 48, Nr. 780). - Über eine Korrektur der Weinrechung durch Linden vgl. Be¬ 
richt Buchholtz vom 25.8.1665 (a). 
114 Buchholtz legte ihm die Rechnung des Meisters Marx vor (Bericht Buchholtz vom 
29.11.1665, a). 
115 Bericht Buchholtz vom 7.1.1666 (b). Sehr breit entschuldigte er sich auch im Bericht 
vom 27.2.1666 (b). 
110 Bericht Buchholtz vom 20.1.1666 (b). 
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