Full text: Grenzkultur - Mischkultur?

Ein gar schone newe histori der hochen lieb des kuniglichen fürsten 
Florio: unnd von seyner lieben Bianceffora. Euch grosse frewd davon 
bekomen soll. Auch dobey vernemen wert: wie groß gefallen die lieb hat: 
Mit schonen figuren. 
Leider gibt es bisher keine Untersuchung über Sprache, Herkunft und Struktur 
dieser Übersetzung. Auf alle Fälle besitzt Kaspar Hochfeder damit eine 
besondere Position in der Genese des deutschen Romans. 
In seiner zweiten Metzer Periode, die immerhin zehn Jahre dauerte, hat Kaspar 
Hochfeder seine Produktion auf eine breitere Basis gestellt. Neben den 
theologischen und hagiographischen Werken treten deutlich auf Trierer 
Abnehmer zielende Drucke zum ,Heiligen Rock4, zu den Reliquien von St. 
Matthias, der Domkirche und die deutsche Übersetzung der ,Gesta Treve- 
rorum438 in den Vordergrund; dazu kommen aber mehrere .Pronostications 
novelle pour l’An ... calculée au vray midi de la noble cité de Metz‘, zu denen 
der Bericht der Metzer Schöffenmeisterchronik (Paris B. N. fr. 6718) vom 
Anfang des 16. Jahrhunderts paßt, daß es öffentliche Veranstaltungen gab, auf 
denen Gelehrte ihre ,Prognosen4 erläuterten; ferner ein anonymer ,Chevalier 
aux Dames‘38 39 40 von 1516, aber auch ein ,Vocabel Buchlin Latin, Francoysisch 
und Teutsch4 von 1515, wohl eines der ältesten deutsch-französischen 
späten Mittelalter, Tübingen 1991, S. 265f. Ein Exemplar des Druckes findet sich auch 
im Katalog der Metzer Inkunabeln: Jacob (wie Anm. 35), Nr. 269. 
38 Van der Vekene (wie Anm. 33), S. 74ff. Die ,Medulla gestorum Treverensium deutsch* 
des Johann Enen wurde für Matthias Häne Buchfurer [Buchhändler] zuo Trier 1514 
gedruckt. Bezeichnend für das zeitgenössische Bewußtsein von der Bedeutung der Stadt 
Metz ist der abschließende Impressumsvermerk: ... in derfreiyen stat Metzs, ein von den 
vier hauptstetten des heyligen Römischen Reichs. Das Werk wurde 1515 und 1517 neu 
gedruckt. Es wurde in einer verkleinerten Ausgabe 1845 zu Regensburg von Peter Joseph 
Andreas Schmitz neu herausgegeben. 
39 Van der Vekene (wie Anm. 33), S. 88f. Nr. 136. Vgl. Teissier (wie Anm. 32), S. 27. 
40 Van der Vekene (wie Anm. 33), S. 86 Nr. 131. Ein Jahr zuvor was das wohl als Vorbild 
zu betrachtende ,Vocabularium Latinis, Gallicis et Theutonicis verbis scriptum* (1514) bei 
Jehan Thomas in Lyon gedruckt worden. Vgl. Zaunmüller, Wolfram: Bibliographisches 
Handbuch der Sprachwörterbücher, Stuttgart 1958, S. 151; Des Robert, Ferdinand: Un 
vocabulaire messin du 16e siècle: Latin - Français - Allemand, imprimé par Gaspard 
Hochfeder de Nuremberg, Metz 1881; Abbé Henrion: „Le dictionnaire latin-français- 
allemand de Gaspard Hochfeder, Metz 1515“, in: Annuaire de la Société d’Histoire et 
d’Archéologie de Lorraine 33 (1924), S. 153-183. Kaspar Hochfeder besaß Beziehungen 
nach Lyon: 1517 ließ er ein ,Breviarium Metense* dort bei Johannes Klein, der 
ausdrücklich als Deutscher (Alemanus) gekennzeichnet wird, drucken. Vgl. van der 
Vekene (wie Anm. 33), S. 90 Nr. 140; ferner zum Vocabulaire* und zur frühen Druck¬ 
geschichte von Lyon: Buridant, Claude: „Lexicographie et glossographie médiévales. 
Esquisse de bilan et perspectives de recherche“, in: Ders. (Hg.): La lexicographie au 
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