Full text: Zwischen Deutschland und Frankreich

Ausdehnung der nassauischen Einflußsphäre auf die obere Saar, die allerdings erst der 
Enkel Johann Ludwig durch den Erwerb der Grafschaft Saarwerden konsolidieren konn¬ 
te32 33. Aus dem mütterlichen Erbe stammten auch die Besitzungen in der Reichsromania, 
vornehmlich die mit der jüngeren Saarbrücker Linie ins Teil gehende Herrschaft Com¬ 
mercy34. Seit der Teilung von 1342 war dort Mittelpunkt und Verwaltungssitz die von der 
gräflichen Saarbrücker Linie erbaute untere Burg in Commercy (Chateau-Bas), davon ab¬ 
hängig die kleine Herrschaft Hey (terre de HejJ35, weiterhin im alleinigen Besitz der gräfli¬ 
chen Linie die kleine Herrschaft Morley36, Anteil an den Burgen Pierrefort, Avant-Garde 
und Bouconville aus dem Erbe der Linie Bar-Pierrefort37, Streubesitz zwischen oberer 
Maas und mittlerer Mosel und schließlich Besitz in dem zum Königreich Frankreich gehö¬ 
renden Bellistum (bailliage) Vitry38. Philipp hatte die beiden Gebiete seiner verdichteten 
Herrschaftsrechte an Lahn und Saar durch eine Kette von Stützpunkten verbunden. Der 
Erwerb der Herrschaften Kirchheim und Stauf am Donnersberg durch seine Heirat mit 
Anna von Hohenlohe39, die mit gewaffneter Hand erzwungene Aufnahme in Homburg4'1, 
der Erwerb von Pfandanteilen an der Burg Nanstein bei Landstuhl41 und die Aufnahme in 
Burgfriedensgemeinschaften mit daraus resultierenden Offnungsrechten in Altenbaum¬ 
meringen am 08.03.1422 u. Burgfrieden zu Diemeringen vom 29.06.1424 (ebd. fol. 154-158 u. LA SB 
Best. N-Sbr.II Nr. 159). 
32 Burgfrieden vom 09.07.1424 (LA SB Best. N-Sbr.II Nr. 161), vgl. auch Benoit, Louis: „Elisabeth de Lor¬ 
raine régente de Nassau-Sarrebruck et le burgfrid de Niedersdnzel“, in: MS AI2e Série 9 (1867) S. 137- 
168. 
33 Herrmann, Hans-Walter: Geschichte der Grafschaft Saarwerden bis gum Jahre 1527, Bd. 2, Saarbrücken 1959 
(Veröff. d. Komm. f. saarlde. Landesgesch. 1), S. 105-149. 
34 Mit dem Tode des Grafen Johann I. von Saarbrücken-Commercy im Jahre 1341 trat eine von ihm am 
02.09.1326 getroffene Erbfolgeregelung in Kraft: Sein Enkel Johann (Sohn seines verstorbenen ältesten 
Sohnes Simon) erbte die Grafschaft Saarbrücken, damit auch den Grafentitel, und alle sonstigen Besit¬ 
zungen im deutschsprachigen Bereich sowie einen Anteil an Stadt und Herrschaft Commercy, sein jün¬ 
gerer Sohn Johann erhielt den anderen Teil von Stadt und Herrschaft Commercy und wurde alleiniger 
Besitzer der Burg (später sogen. Oberschloß). Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken erbaute 1389 in 
Commercy auf dem gräflichen Teil einen Donjon (spätere Untere Burg/Chäteau-Bas), vgl. François- 
Vivès, Simone: „Les seigneurs de Commercy au moyen âge XIe s. — 1429“, in: MS AL 74 (1936) S. 85- 
162 u. 75 (1937) S. 1-134. 
35 Sie bestand aus den Orten Flirey, Limey, Remenauville und Fey-en-Haye (alle Dép. M-et-M, Ct. Thiau- 
court). 
36 Dép. Meuse, Ct. Montiers-sur-Saulx. 
37 Herrmann, Hans-Walter: „Beziehungen zwischen dem Saarraum und der Landschaft zwischen Mosel 
und Maas im Mittelalter“, in: Ztschr. Gesch. Saargegend 20 (1972) S. 13-28, hier S. 24. 
38 AD M-et-M B 628 Nr. 161. Es handelt sich nicht um Vitry-le-François, sondern um das etwas westlich 
davon gelegene Vitry-en-Perthois (beide Dép. Marne). 
39 Mötsch, Johannes: „Die Grafen von Henneberg als Besitzer der Herrschaft Kirchheimbolanden in der 
Pfalz“, in: Jb. d. Hennebergisch-Frdnkischen Geschichtsvereins 8 (1993) S. 117-125. 
40 Herrmann, Hans-Walter: „Beiträge zur Geschichte der Grafen von Homburg“, in: Alitt .Hist. Ver. Pfal^ 
77 (1979) S. 65-72. 
41 Mehrere Belege seit 1413 in HHStA Wiesbaden Abt. 145 Urkk. 
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