Full text: Zwischen Deutschland und Frankreich

,Lohier et Malart« -,Loher und Matj.fr«; 
Vorschläge zu einer Edition des Epos 
Ute von Bloh, Kurt Gärtner und Michael Heintze1 
Das Epos von ,Loher und Maller4 ist bis heute nicht ediert2. Es gehört zu einer Gruppe 
von Prosaübersetzungen, die Elisabeth von Nassau-Saarbrücken zugeschrieben werden 
(,Historie von Herzog Herpin4, ,Huge Scheppel4,,Königin Sibille4,). Dem ,Loher und Mal¬ 
ler4 liegt eine Chanson de geste aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts3 (,Lohier et 
Malart4) zugrunde. Davon ist ein - von Ulrich Mölk 1988 erstmals publiziertes - Frag¬ 
ment erhalten, das 160 Verse umfaßt. Sie befinden sich auf einem Pergamentblatt, das im 
Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden unter der Signatur Abt. 1105, Nr. 40 aufbewahrt 
wird. 
Die deutschen Prosaübersetzungen sind in fünf Handschriften aus dem 15. Jahrhundert 
überliefert4: 
a) Langfassungen: Handschriften mit Bildern oder Bildbeischriften 
H Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek, Cod. 11 in scrinio, bisherige Da¬ 
tierung zwischen 1470 und 1472, vgl. den neuen Datierungsansatz 1455-56 von 
Herrmann in diesem Band S. 120f. 
K Köln, Historisches Archiv, Cod. W 337, Bl. lr-149r, um I4865 
1 Der Plan, eine Edition des ,Loher und Maller' anhand einer kleineren Textstelle zu versuchen, außerdem 
eine Übersetzung des französischen Fragments zu präsenderen, das die Vorlage dafür gebildet hat, ist 
das Ergebnis der Gespräche am Rande der Tagung in Saarbrücken. Das vorliegende Resultat beruht auf 
einer Gemeinschaftsarbeit: Michael Heintze hat die Übersetzung des französischen Fragments angefer¬ 
tigt, Ute von Bloh hat die kommentierte Transkription der ,Loher‘-Handschrift in Hamburg unter 
Einschluß der Varianten in den Handschriften in Heidelberg, Köln, Krivoklät und Wien vorgelegt, die 
wiederum Kurt Gärtner unter editionstechnischen Aspekten überarbeitet und mit etlichen Anregungen 
versehen hat, die sämtlich umgesetzt wurden. Ulrich Mölk danken wir für die Erlaubnis zum Wiederab¬ 
druck des von ihm publizierten französischen Fragments. (Vgl. Ulrich Mölk, „Lohier et Malart. Frag¬ 
ment eines verschollenen französischen Heldenepos“, in: Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göt¬ 
tingen. I. Philologisch-Historische Klasse 5, Göttingen 1988, S. 135-164; in veränderter, französischer Gestalt 
unter dem Titel „Lohier et Malart. Fragment d’une chanson de geste disparue“, in: Romania 110 (1989), S. 
466-492 erschienen. 
2 Die bei Steinhoff im Verfasserlexikon angekündigte Edition von Roloff ist noch nicht erschienen. Vgl. 
Hans Hugo Steinhoff, „Elisabeth von Nassau-Saarbrücken“, in: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Ver¬ 
fasserlexikon 22 (1980), Sp. 482-488, hier Sp. 484. 
3 Vgl. Mölk (wie Anm. 1), S. 138 bzw. S. 468. 
4 Zur Überlieferung des ,Loher' in Handschriften und Drucken vgl. Ute von Bloh, Loher und Maller. Über¬ 
tragen aus dem Französischen von Llisabeth von Nassau-Saarbrücken. Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek 
Cod. 11 und 11a in scrinio (Codices illuminati medii aevi 35), München 1995. 
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