Full text: Zwischen Deutschland und Frankreich

1431 Januar 21 
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Elisabeth an Johann von Castel. Er war bei ihr gewesen, um sich wegen Varsberg zu be¬ 
raten. Er hatte vor, seinen son und eydem dainne %u setzen. Bezüglich Varsberg sei ein Burgfrie¬ 
den gemacht und gesiegelt. Sie bittet ihn, von denen von Bensdorf, die den burgfrieden hinder 
yn haben, eine Abschrift zu besorgen und ihr zu bringen, damit sie sich mit ihren frunden 
darüber beraten kann. Was ihr bezüglich des Burgfriedens als Vormund ihres Sohnes ge¬ 
genüber Johann von Castel und seinem son oder eydem zu tun gebührt, das verpflichtet sie 
sich zu tun. 
Abschrift mit geringfügigen Korrekturen. - LA Saarbrücken, Best. N-Sbr. II, Nr. 3112, f. 7. 
Elisabeth von Lotthr(ingen) etc. 
Vnsern fruntlichen grüß zu vor. Lieber getruwer, als du ytze nehste zu Sarbrucken (3) mit 
vns geredt haist von Warßbergs wegen, dine(n) son vnd eydem da jnne zu setzen (4) etc., 
da von han wir vns mit vns (er) n frunde(n) vnderredt vnd han v(er) standen, dz ein (5) burg- 
friede von Warsbergs wegen gemacht vnd v(er)sigelt sij, der vßwise, wie dz (6) man soliche 
insatzonge(n) dun vnd dz sloß auch mit and(er)n Sachen halden vnd vß (7) richten solle 
vnd dz die von Benestorff den burgfrieden hinder yn haben. Her (8) vmb so wolies dich 
bij die von Benestorff fuegen vnd dir eine abeschrifft da von (9) dun geben vnd mit der zu 
vns geen Sarbrucken kom(m)en. So wollen wir vns (10) mit vns(er)n frunden dar kurtz dar 
vff bedencken. Vnd wis vns dan(n) von vns(er)s sons vvege'n'1 (11) vnd burgfrieden halb ge¬ 
bürt da jnne zu dün, da wollen wir willig jnne sin, (12) dan(n) was dir, dine(m) sone oder 
eydem gedigen solde, da wolden wir vng(er)ne widersin oder (13) dar jn dragen, sonder dar- 
zu dun, was wir guds konne(n). Gebe(n) vff sondag nach (14) Fabiani et Sebastiani anno 
etc. xxx jux(ta) stilu(m) Meten(sem). 
verso: 
Abeschr(ift). 
Johan(n)e von Castel etc. 
(P. Kunkel) 
1432 Januar 20, Saarbrücken 3 
Elisabeth an Anton von Vaudemont. 
Im oberen Teil ist der Brief stark beschädigt. Der Anfang fehlt ganz, wie auch die beiden 
oberen Ecken des noch vorhandenen Fragments. Da der übrige Inhalt fast vollständig mit 
dem von Elisabeths einzigem deutschsprachigen Brief an ihren Bruder übereinstimmt (Nr. 
6), kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgegangen werden, daß auch der Anfang dieses 
Briefes jenem entsprochen hat. Danach sind nur etwa die ersten vier Zeilen verloren ge¬ 
gangen, in denen sie ihrem Bruder mitteilt, daß Johann von Kerpen zusammen mit anderen 
von seiner Burg Klein-Varsberg aus ihr die Burg Groß-Varsberg, die ein Lehen der Graf¬ 
schaft Saarbrücken ist, d. h. besetzt und sich angeeignet hat. Danach läßt sich aus den 
Bruchstücken mit Hilfe des deutschen Briefes folgender Inhalt rekonstruieren: 
Die Einnahme von Groß-Varsberg durch Johann von Kerpen geschah, obwohl sie mit die¬ 
sem stets freundschaftlich verbunden gewesen und er ihr Lehnsmann ist. Darauf hat sie ih¬ 
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