Full text: Zwischen Deutschland und Frankreich

wurde die Dienstentbietung aus dem Konzept gestrichen (Nr. 33). Vielleicht war Elisa¬ 
beths Enttäuschung über die Verschiebung ihres Treffens der Grund dafür. Anton dage¬ 
gen hat selten eine Dienstentbietung verwendet. Lediglich in seinen ersten beiden und 
dem letzten Brief des Jahres 1432 kommt sie vor. Bei der INSCRIPTIO erscheint in Antons 
Briefen das gleiche Grundmuster wie in denen Elisabeths: 
A ma treschiere et tresamee suerla contesse de Nausso et de Sarrebruche. 
Es fällt auf, daß er seine Schwester niemals namentlich, sondern nur als Gräfin von Nas¬ 
sau und Saarbrücken angesprochen hat. Unter Bezugnahme auf die INSCRIPTIO beginnen 
die Briefe ganz analog zu denen Elisabeths mit der Anrede treschiere et tresamee suer. 
Daneben treten auch die Varianten treschiere et amee suer sowie in einem Fall chiere et amee suer 
auf. Diese um das tres reduzierte Form (bzw. Formen) weist zum ersten Mal der letzte 
Brief von 1432 auf, wird aber in Antons Briefen des Jahres 1433 bestimmend89 90. 
Nach der Eröffnung kann ein Überleitungsteil auftreten, dessen typische Elemente die 
Bestätigung, einen Brief empfangen zu haben (j’ay receu vo^ lettres), eine Inhaltsangabe des¬ 
selben, häufig eingeleitet durch faisant mención que ... oder contenant que ... sowie eine Pro¬ 
mulgationsformel in der Art veullie^savoir que ... darstellen. 
Der Schluß in Elisabeths Briefen an Anton hat eine sehr komplexe Gestalt. In den meis¬ 
ten Fällen beginnt er mit einer Anrede, gefolgt von einer Ermahnung, der Bitte um Ant¬ 
wort einer Dienstentbietung und dem Segenswunsch: 
Tres ch ¿er et tres ame frere, en toutes ces choses vous plaice a faire, comme mon attendue, asseurance et par- 
faite ßance en est a vous, en moy rescripuant sur ce vostre boin plaisir auec se chose vous plait, que bonne¬ 
ment puisse et je la feray d’ung tresboin euer, priant nostre seigneur, quj vous ait et tiegne en sa sainte gar- 
de et vous doint bonne vie et longuéV 
Die Dienstentbietung fehlt in den Briefkonzepten, die während Elisabeths Reise nach 
Vézelise entstanden sind91. In Abhängigkeit vom Anliegen des Briefes und der Dringlich¬ 
keit, mit der dieses zum Ausdruck gebracht werden soll, kann anstelle der Ermahnung 
oder zusätzlich zu ihr ein Versprechen, das Entgegenkommen entgelten zu wollen, ste¬ 
hen92. Bei manchen Briefen fehlt die Anrede zu Beginn des Briefschlusses;93 bei anderen 
dagegen tritt sie noch ein zweites Mal vor dem Segenswunsch auf94. 
Antons Briefe dagegen weisen im Briefschluß lediglich einen Segenswunsch sowie gele¬ 
gentlich die Bitte um Antwort95 oder eine Anrede auf96. 
89 Nur einmal wurde die vormalige Form wieder aufgegriffen: Nr. 63. 
90 Nr. 64, in gleicher Weise Nr. 46 und 66. 
91 Nr. 33, 37, 39. 
92 Nr. 3, 6,11,33,37,59,62. 
93 Nr. 11,28, 33, 66. 
94 Nr. 3 und 6. 
95 Nr. 32, 63. 
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