Full text: Zwischen Deutschland und Frankreich

Der wolgebomen fraum Elisabeth von Lothringen grauinne %u Nassau vnd %u Sarbrucken vnser 
lieben nyfftel (Nr. 17). 
Dem ORDO SUBLIMUS entsprechend steht in der Eröffnung vor der Anrede die 
INTITULATIO. Der Standesunterschied ist aber nicht so groß, als daß diese in einen separa¬ 
ten Briefkopf gesetzt werden würde: 
Elisabeth, hert^oginne %u Bare vnd gu Lothringen etc.. Wolgeborne liebe nyfftel wir enbietent uch 
vnsem frun fliehen grus vnd was wir liebes vnd gutes vermugenfx. 
Nach der Anrede steht ein förmlicher Gruß, der zugleich eine abgeschwächte Dienstent- 
bietung enthält, ln den französischen Schreiben fehlt ein solcher Gruß dagegen71 72. 
Der Briefschluß enthält vor der Datumzeile meistens eine Ermahnung, in einem Falle 
auch eine Drohung (Nr. 26). Die beiden französischen Schreiben weisen zudem die Bitte 
um Antwort sowie einen Segenswunsch auf. 
1.6.2.1.2 Der Briefwechsel mit dem Bischof von Metz 
Innerhalb der Korrespondenz mit dem Bischof von Metz wandte sich Elisabeth mit elf 
Schreiben'3 deutlich häufiger an diesen, als der Bischof ihr in seinen sechs Briefen geant¬ 
wortet hat74 75. Hinsichtlich der ORDINES treten die gleichen Grundsätze wie gegenüber Bar- 
Lothringen hervor. Gleichermaßen sind auch Elisabeths Briefe im Briefstil, diejenigen 
Konrads im Kanzleistil verfaßt. Da es sich bei dem Bischof aber um einen geistlichen 
Fürsten handelt, fallt die konkrete Umsetzung des Formulars im Vergleich zum Brief¬ 
wechsel mit Bar-Lothringen etwas anders aus. In der INSCRIPTIO, mit der Elisabeth ihre 
Briefe an Konrad von Metz versehen läßt, erscheint daher das Standesattribut hochgeboren 
gegen die Bezeichnung erwirdig., die Standesbezeichnung^rr/gegen in Gotte vatter ersetzt: 
Dem erwirdigen in Gotte vatter hem Conradt, bischoffe %u Metge, myme liebn hem -. 
In der Eröffnung des Briefes wird darauf in der Form 
Erwirdiger lieber herre76 
71 Nr. 31, in gleicher Weise Nr. 8, 35, 84. 
72 Ebenso in einem der deutschen Briefe, Nr. 17. Die verwandtschaftliche Anrede in den französischen 
Briefen lautet cousine. In einem der deutschen Schreiben (Nr. 8) ist statt nyfftel die Bezeichnung mume ver¬ 
wendet worden, was wohl auf einen Irrtum des Schreibers zurückgeht. 
73 Nr. 51, 53, 54, 58, 61, 68, 74, 75, 78; zwei Briefe Elisabeths an den Bischof sind nicht überliefert, aber in 
Nr. 72 erwähnt. 
'4 Nr. 52, 57, 72, 73, 76, ein Brief des Bischof ist nicht überliefert, aber in Nr. 72 erwähnt. 
75 In dieser Weise gleichlautend für alle Briefe an Konrad, bis auf die Nr. 54 und 74, die statt der Inscriptio 
nur einen Betreff aufweisen: myme hem von Met^e. 
76 Nr. 51,53, 54, 58,68. 
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