Full text: "Grenzgänger"

rmgischen Waldwisse/Waldwies erhoffte sich, daß die Jungen schon vom frühesten 
Alter an die Sprache des Nachbarn lernen11 
Auch die Rheinland-Pfälzer, die nach Luxemburg pendeln, äußerten sich im Sinne 
eines früh einsetzenden deutsch-französischen Unterrichts. In Anbetracht des wenig 
verbreiteten Französischunterrichts in Rheinland-Pfalz kann hier vielleicht von einer 
Vorreiterrolle der Grenzgänger gesprochen werden. Einen Ausbau des zweisprachi¬ 
gen Unterrichts gerade vor dem Hintergmnd der zurückgehenden Dialekte befürwor¬ 
tete ein im Saarland beschäftigter Facharbeiter aus dem lothringischen Achen: 
Da die Dialekte so langsam verschwinden, wäre es wünschenswert, daß in der Saar- 
Lor-Lux-Region die Sprache des Nachbarlandes ab dem frühesten Alter gelehrt 
wird24 
Einen ausdrücklichen Akzent auf die Großsprachen Französisch und Deutsch - viel¬ 
leicht mit einer darin enthaltenen Abgrenzung gegen die Dialekte und das Luxembur¬ 
gische - legt ein in Luxemburg-Stadt beschäftigter Arbeiter aus dem lothringischen 
Grenzort Mondorff/Mondorf: 
Ich finde, daß man in der Saar-Lor-Lux-Region beide Sprachen wissen und lernen 
sollte, und die sind das Französische und das Deutsche1' 
Einige befragte Franzosen drängten darauf, daß die Deutschen in Grenznähe Franzö¬ 
sisch lernen sollten. So meinte ein in Saarbrücken beschäftigter Arbeiter aus dem 
lothringischen Etting/Ettingen: 
Ich wünsche mir, daß die Deutschen an der Grenze Französisch sprechen. Man muß 
sich halt ein bißchen anstrengend 
Etwas vorsichtiger drückte sich ein im Saarland arbeitender Ingenieur aus dem loth¬ 
ringischen Hellimer aus: 
Man findet selten einen Deutschen, der das Französische perfekt beherrscht. Das ist 
schade! Die Franzosen von der Grenze haben es da leichter}1 
Mit Bezug auf die saarländische Situation meint eine in Saarlouis arbeitende Sekretä¬ 
rin aus dem lothringischen Creutzwald: 
Der Dialekt und das Deutsche werden in Lothringen mehr gesprochen als [das Fran¬ 
zösische] im Saarland, finde ich. Und mir fällt während der Arbeit auf daß das Fran¬ 
zösische sehr wenig beherrscht wird. Es wäre gut, wenn das sich ändern würde, da¬ 
mit die Kommunikation auf beiden Seiten unserer Grenzen besser würden 
Zusammenfassend läßt sich heraussteilen, daß alle Grenzgänger passiv mehrsprachig 
und fast alle aktiv zwei- oder mehrsprachig sind. Regional ist das sehr verschieden. 
Im moselffänkisehen Saum um Luxemburg findet man viele Multilinguale, die somit 
23 Que les jeunes apprennent dès leur plus jeune âge la langue de leurs voisins. 
24 Etant donné que les dialectes tendent à disparaître, il serait souhaitable que dans la grande 
région Saar-Lor-Lux soit enseignée la langue du pays voisin et ceci dès le plusjeune âge... 
25 Je pense que dans la grande région Saar-Lor-Lux, il faudrait savoir et apprendre les deux 
langues, qui sont le français et l’allemand. 
26 Je souhaite que les allemands frontaliers parlent français, il y a un petit effort à faire. 
27 II est rare de trouver un allemand maîtrisant parfaitement le français: c’est dommage! Les 
français frontaliers ont plus de facilités. 
28 Le dialecte et l’allemand sont en Lorraine plus parlés, je pense qu’en Sarre, et je remarque 
cela au niveau du travail, le français est très peu maîtrisé. Il serait bon que cela change, pour 
que la communication se fasse mieux des deux côtés de nos frontières. 
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