Full text: Zwischen Saar und Mosel

Peter K. Weber 
ZU DEN SAARBETREFFEN IM ARCHIV DES 
Landschaftsverbandes Rheinland (alvr)1 
Saar und Rheinprovinz 
Preußen bildete bereits ein Jahr, nachdem es 1815 auf dem Wiener Kongreß die 
Rheinlande zugesprochen erhielt, zwei Provinzen in diesem neu erworbenen 
westlichen und vordem größtenteils noch nie seinem Territorium angehörigen 
Raum2. Im Norden entstand die Provinz Jülich-Kleve-Berg mit den Regierungsbe¬ 
zirken Kleve, Düsseldorf und Köln, im Süden die Provinz Niederrhein, deren 
Verwaltungsgrenzen das Gebiet der damaligen Regierungsbezirke Aachen, Koblenz 
und Trier umfaßte. Nur wenige Jahre später werden 1822 beide Provinzen zu einer 
zusammengeschlossen, für welche sich etwa ab 1830 die Bezeichnung Rheinpro¬ 
vinz einbürgert. Bis zur Auflösung Preußens und zur Länderneugliederung in der 
Bundesrepublik bestand dieses politisch-administrative Gebilde, jedoch keineswegs 
unverändert hinsichtlich seiner räumlichen Ausdehnung und seiner administrativen 
Ausformung. Denn Rheinpreußen oder das Rheinland, wie die Provinz von den 
Zeitgenossen - in bezug auf die Rheinlande in Verengung der ursprünglich weiter 
gefaßten geographischen Bezeichnung - auch genannt wurde, erlitt beträchtliche 
Gebietsverluste 1920 durch die Abtrennung von Teilen der Regierungsbezirke Trier 
(so die preußischen Saarkreise Ottweiler, Saarbrücken-Stadt und -Land, Saarlouis, 
Teile der Kreise St. Wendel und Merzig) und Aachen (Eupen-Malmedy), ferner 
1932 durch die Ausgliederung des Kreises Wetzlar nach Hessen. 1935 kehrt die 
Saar zwar ins Reich zurück, ihre Kreise werden jedoch nicht mehr der Rheinpro¬ 
vinz eingegliedert. 1937 gewinnt die Provinz schließlich den Landesteil Birkenfeld 
des Landes Oldenburg, nachdem dieser mit dem Restkreis St. Wendel zum Kreis 
Birkenfeld vereinigt worden war3. 
Ihre größte Ausdehnung hatte die Rheinprovinz in der Zeitspanne von 1834 bis 
1920, in der die Kreise St. Wendel und Baumholder 1834, der Kreis Meisenheim 
1 Ehrenfriedstr. 19, Abtei Brauweiler, 50259 Pulheim; Tel. 02234/805-343. Telefax: 02234/805349. 
Benutzung: Mo.-Fr. 9.00-16.00 Uhr (sowie nach Vereinbarung). Für freundliche Hinweise danke ich 
meinen Kollegen Rudolf Kahlfeld und Dr. Wolfgang Werner. 
2 Vgl. dazu und zum folgenden mit entsprechendem Literaturiiberblick D. Kästner u. V. Torunsky, 
Kleine rheinische Geschichte 1815-1986, Köln 1987. 
3 Zu den territorialen Veränderungen s. H. Romeyck, Verwaltungs- und Behördengeschichte der 
Rheinprovinz 1914-1945 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde Bd. 63), 
Düsseldorf 1985, S. 11 ff. u. R. SCHÜTZ (Bearb.), Rheinland (Grundriß zur deutschen Verwaitungs- 
geschichte 1815-1945, Reihe A: Preußen, Bd. 7), Marburg 1978, S. 422 ff. 
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