Full text: Zwischen Saar und Mosel

die Restitutionen Bischof Gerhards von Toul noch nicht berücksichtigt, vor 971 zu 
setzen (vgl. Nr. 18)144. 
18. Bischof Gerhard von Toul restituiert vor der Diözesansynode am 6. Oktober 971 auf 
Bitten des Probstes Alberich loci Sancti Dionisii martyris . . . nomine Salomna die 
entfremdeten, aber rechtmäßig dem hospitale fratrum gehörigen Zehnten in Essey- 
les-Nancy und dem Nachbarort Malzeville (Lesort, Cart. St. Mihiel Nr. 29)l45. 
19. Papst Paschalis II. bestätigt am 30. April 1105 die Besitzungen der Abtei St. Mihiel, 
darunter auch die cella Salona mit ihren Gütern (Lesort, Cart. St. Mihiel, Nr. 60). Die 
Besitzliste entspricht den Listen von Nr. 17 und 18, erwähnt darüber hinaus aber einen 
Markt in Delme (Moselle) im Seillegau an der großen Straße von Metz, die über die 
Salzvici nach Straßburg führte146; +Gossoncourt bei Salonnes147; Giri curtis, das nach 
seiner Plazierung zwischen dem vorherigen Ort und Malaucourt (Ct. Delme) wohl auch 
im Seillegau zu suchen und daher vielleicht mit der nahegelegenen Wüstung a. 1574 K, 
Geracourt identifiziert werden kann; schließlich das schon im Fulrad-Testament von 
777 erwähnte alodium in Vic mit zugehörigen Salzpfannen. Die 950 von Ludwig IV. 
vergabte Kirche von Vertignecourt wird gesondert unter dem Besitz von St. Mihiel 
aufgeführt, war also wohl entfremdet worden. 
20. Im Rahmen des Kampfes um die Restitution entfremdeten Besitzes der Abtei St. Denis, 
in dessen Verlauf Abt Suger 1132 auch die Anerkennung der Ansprüche des Pariser 
Klosters auf Salonnes erreichte (vgl. Lesort, Cart. St. Mihiel Nr. 104; S. 447f. Nr. 4-6), 
notiert dieser Abt 1122/25, daß Graf Albert (Adalbert) von Mörsberg anerkannt habe, 
daß er auf Grund seiner Heirat mit der Tochter des Grafen Theoderich II. von 
Bar-Mömpelgard, einige Güter aus dem Eigentum von St. Denis (s.o. S. 14) ererbt 
habe. 
21. Graf Theoderich II. von (Bar-)Mömpelgard, Vogt von Salona, bekennt 1152/56, 
nachdem er angeklagt worden war, diese Kirche et quaedam alia ungerechtfertigt zu 
halten, daß seine Großmutter Sophia (f 1093) und sein Vater (Theoderich I., |1103/5) 
ecclesie sancti Michaelis Salonam submitti constituerunt.148 
144 Die Fälschung, die nur in einer Kopie des Kartulars von St. Mihiel aus dem 14. Jh. erhalten ist, ist 
nicht leicht zu datieren. Sicherlich ist sie aus dem Blickwinkel St. Mihiels verfaßt. Sprachlich weist 
die Besitzliste gegenüber der Liste im Papstprivileg von 1105 (Nr. 19) ältere Merkmale auf: 
Eligesindis < *Algis(w)indis statt mit Vokalisierung des fl] Eugesindis a. 1105; Erhaltung des 
auslautenden [s] im SN und Gewässernamen *Leirrauz (verschrieben in Leitr-) wie a. 896 Lairaus, 
Layrraus < *Lagiravus statt Leirau a. 1105. Dazu kommen die gegenüber 1105 noch fehlenden 
Restitutionen von 971. Einer Frühdatierung steht entgegen, daß sich 1152/56 Graf Theoderich 11. von 
Mömpelgard darauf beruft, daß seine Großmutter, Gräfin Sophia seit 1033 Erbin des an das Haus 
Bar gefallenen Besitzes von St. Denis, Salonnes an St. Mihiel gegeben habe (Anm. 148). Doch läßt 
sich vielleicht dieser Akt als der Abschluß einer schon länger andauernden Betreuungsphase 
auffassen. Vgl. R. Parisot (wie Anm. 131), S. 96. Ders., Les Origines de la Haute-Lorraine, et sa 
première maison ducale, in: Mémoires de la Société d’Archéologie Lorraine 57/58 (1907/08), S. 
194L; PariSSE (wie Anm. 7), S. 25 lf. 
145 Vgl. Lepage (wie Anm. 18), I, S. 329f. 703ff. 
146 Vielleicht hängt die Errichtung eines Marktes in Delme zusammen mit den Bemühungen von St. 
Denis um ein victuale negotium und einen wöchentlichen Markt in den cellae der Abtei oder ihr 
zugehörigen villae, wie sie für die Mitte des 9. Jhs. die Fälschung D. KdG Nr. 233 (Anm. 115) 
dokumentiert. Vgl. zur Welle solcher Märkte W. Bleibf.r, Grundherrschaft und Markt zwischen 
Loire und Rhein während des 9. Jhs., in: Jb. für Wirtschaftsgeschichte 3 (1982), S. 105-135. 
147 Vgl. o. Anm. 57ff. 
148 Parisot (wie Anm. 144), S. 259f„ Nr. VII. 
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