Full text : Zwischen Saar und Mosel

Wilhelm  Wegener

FRIEDRICH  PETERSEN,  ERSTER  PFARRER  IN  ST.  JOHANN-SAARBRÜCKEN.
Eine  biographische  Skizze

Am  14.  Mai  1859,  nachmittags  um  4  Uhr  30  starb  im  Pfarrhause  zu  St.  Johann  der
Pfarrer  Friedrich  Petersen.  Drei  Tage  darauf  fand  am  17.  Mai  1859  die  feierliche
Bestattung  statt,  bei  der  der  Saarbrücker  Superintendent  und  Pfarrer  J.G.  Schirmer
die  Leichenpredigt  in  der  evangelischen  Pfarrkirche  hielt.  Pfarrer  W.  Lichnock
bemerkt  in  seiner  Geschichte  der  Evangelischen  Gemeinde  St.  Johann  a.  d.  Saar
lakonisch:  „Die  Gemeinde  ließ  ihm  ein  Denkmal  errichten1.“
Von  diesem  Denkmal  ist  heute  keine  Spur  mehr  zu  finden.  Wahrscheinlich  stand  es
auf  dem  alten  Friedhof  am  Rotenberg,  dem  heutigen  Echelmeyer-Park,  an  der
später  errichteten  katholischen  St.  Michaelskirche.  Zwar  war  im  Jahre  1859  der
damals  „alte“  Friedhof  am  Gerberplatz  noch  vorhanden,  war  aber  schon  geschlossen,
  bevor  er  1877  dann  ganz  aufgelassen  wurde.  Als  der  Friedhof  am  Rotenbühl  an
der  Bahnstrecke,  der  heutige  „alte“  St.  Johanner  Friedhof,  1873  eröffnet  wurde,  ist
derjenige  auf  dem  Rotenberg  geschlossen  worden.  Die  letzten  noch  vorhandenen
Grabsteine  sind  heute  auch  beseitigt.  Ich  habe  schon  1970  vergebens  nach  einem
Denkmal  für  Pfarrer  Petersen  dort  gesucht,  als  noch  eine  Anzahl  Steine  vorhanden
waren2.
Wenn  also  das  steinerne  Denkmal  verschwunden  ist,  so  ist  es  doch  vertretbar,
dieser  außergewöhnlichen  Persönlichkeit  des  Pfarrers  Friedrich  Petersen  ein  kleines
literarisches  Denkmal  zu  setzen,  auch  wenn,  schon  vor  langer  Zeit,  seine  Verdienste
an  anderer  Stelle  ausführlich  gewürdigt  worden  sind3.

1  W.LiCHNOCK:  Geschichte  der  Evangelischen  Gemeinde  St.  Johann  a.d.  Saar,  St.  Johann  a.  d.  Saar
1907,  143.
2  Auch  der  hier  zu  Ehrende  hatte  liebenswürdigerweise  Nachforschungen  auf  meine  Bitte  im  Jahre  1978
angestellt  und  mir  die  Ergebnisse,  hauptsächlich  aus  dem  Bestand  „Alt-Saarbrücken“  Nr.  37  des
Stadtarchivs  Saarbrücken,  unter  dem  23.6.1978  mitgeteiit.  Ich  komme  hier  darauf  noch  zurück.
3  Vor  allem:  J.G.  SCHIRMER,  Rede  bei  der  Bestattung  von  Friedrich  Petersen,  ersten  Pfarrer  zu  St.
Johann-Saarbrücken.  .  .  am  17,  Mai  1859  mit  einem  Lebenslauf  des  Vollendeten  von  K.A.H.
(Saarbrücken  1859);  Friedrich  Petersen  (Nekrolog),  in:  Allgem.  Kirchen-Zeitung  von  Emst  Zimmermann,
  38,  1859,  Sp.  1431-1441;  CARSTENS  in;  ADB  25,  1887,  N.D.  1970,  502f.;  E.  Alberti,
Lexikon  d.  Schlesw.-Holst.-Lauenburgschen  und  Eutinischen  Schriftsteller,  1829-1866  Bd.  2,  Kiel
1868,  122f.  Nr.  1613.

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