Full text: Zwischen Saar und Mosel

dem Aachener Gymnasiallehrer E. Heis, der - nicht nur wegen seiner scharfen 
Augen in Fachkreisen bekannt - die Erfahrungen, die er 1844 bei der Einrichtung 
der Benzenberg’sehen Privatsternwarte in Bilk machte, an seinen Kollegen bei der 
Installierung des Neunkircher Observatorium weitergereicht haben wird, zumal 
beide der Argelander-Schule zuzurechnen sind.163. 
Das wissenschaftlich ertragreichste Jahrzehnt im Leben Lichtenbergers wurde 
durch seine Pensionierung, auch wenn ihr wie das Zirkular betont - persönliche 
Gründe, etwa Krankheit, zugrunde lagen164, ziemlich abrupt beendet; u. a. war im 
September 1859 noch völlig offen, ob das oldenburgische Birkenfeld Neunkirchen 
als Stationsort im preußischen meteorologischen Beobachtungsnetz ersetzen 
wird165. In Trier, dem Altersitz noch weiterer Ruheständler aus dem Saarrevier166, 
war der finanziell sicher saturierte Rentner zunächst mit der Neueinrichtung seines 
Hausstandes und dem Bau seines sowie des Hauses seiner Schwester, der Witwe 
Barbé, vollauf beschäftigt. Dennoch wandte er sich im nunmehr eingeschränkten 
Rahmen alsbald wieder seiner Lieblingsbeschäftigung zu. 
Erstmals für Trier begann Lichtenberger um 1863, die Deklination der Magnetna¬ 
del, wie 1839 in Neunkirchen mit sehr einfachem Gerät, zu bestimmen, und führte 
diese Messungen bis in die 1870er Jahre hinein regelmäßig weiter167. Weniger 
systematisch betrieb er dagegen - wie vorerst bekannt - seine astronomischen 
Beobachtungen, die er vermutlich im eigenen Garten oder von der Dachluke aus 
mit kleinen tragbaren Instrumenten anstellte und die offenbar meist auf- und 
zufälligen Himmelserscheinungen wie Kometen, Nordlichtern, Sternschnuppen 
usw. galten168. 
163 Zu Heis vgl. Anm. 146. - Eduard Heis (1806-1877), ab 1837 Gymnasiallehrer in Aachen, erhielt 
1852 die Professur für Mathematik u. Astronomie an der Akademie Münster (Meyer, Großes 
Konv.-Lex., 9, 1908, S. 115). 
164 Vgl. oben zu Anm. 122. - Etwas ungewöhnlich erscheint das ungerade Dienstaltersjahr. Bei 
Lichtenbergers Kostitution - er wurde 85 Jahre - hätte er es gut u. gerne auf runde 50 Dienstjahre 
gebracht. Über sein Verhältnis zum Juniorchef ist vorerst nichts bekannt. 
165 Im Normalfall hätte Lichtenberger sicher vor seinem Abgang die Nachfolgeverhältnisse geregelt. 
Nach längeren Verhandlungen (StA Oldenburg, wie Anm. 123) nahm Birkenfeld im Sept. 1861 den 
Betrieb auf (STEINHÄUSER, Die klimatischen Verhältnisse des Fürstentums Birkenfeld, ebd. 1872, S. 
3). 
166 So Bochkoltz, nun als Zivilingenieur u. auch Botaniker, der zwangspensionierte, in St. Bärbeln 
wohnhafte Saarbrücker Landrat Hesse (1796-1868), Kreissekretär a. D. u. Omitologe E. Sontag 
(1791-1872), beide langjährige Mitgliederder „nützl. Ges.“ (JBerGesTrier 1859/60, 1861, S. 58 ff., 
Reidel, wie Anm. 30, S. 96 f.; Klein, Hesse, wie Anm. 22, S. 166, 173; Ders., Preußenzeit, ebd., S. 
98), u. a. m. 
167 JBerGesTrier 1865/68, 1869, S. 97 f. Die Beobachtungen (49° 45' nördl. Breite, 24° 18' östl. Länge 
von Ferro) setzte er zumindest bis 1872 fort (vgl. die späteren Jber). 
168 Neben Presseartikeln, z. T. von der Saarztg. übernommen, erschien von ihm in Trier 1870: Tabelle 
zur Stellung der Uhren auf die mittlere u. bürgerliche Zeit nach Sonnenbeobachtungen für jeden Ort 
u. jeden Tag im Jahr (nur bibliographisch ermittelt). 
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