Full text: Zwischen Saar und Mosel

supramemoratum monasterium in villa Curcellis nuncupata mansos . II. cum vinea ad 
modios . XL . ,67 In der Besitzliste des Papstprivilegs von 1105 für St. Mihiel ist 
Curcellae cum appendiciis et aecclesia aufgeführt68; auch in der wohl im späteren 10. 
Jahrhundert fabrizierten Fälschung auf Ludwig den Frommen erscheint die villa 
Curcelle.69 Zu den appenditia könnte auch Filicione curte gehört haben. 
Doch gibt es auch noch weiteren Besitz von St. Denis und Salonnes im Tal der Petite 
Seille, der Aufschluß geben könnte. So wird als Anrainer a. 922 in einer Gorzer 
Urkunde für Gerberticurte in pago Salninse, d.i. Gerbécourt (Moselle, Ct. Château- 
Salins) unmittelbar westlich von Puttigny und +Vertignécourt, de duabus partibus terra 
sancti Dionisii erwähnt70. Ebenfalls in einer Gorzer Urkunde erscheint 849 in Vic 
unmittelbar südlich von Salonnes als Angrenzer de uno latere ratio sancti Dionisii.71 
Doch wird diese Erwähnung eher zu dem 1105 aufgelisteten alodium in Vico cum 
patellis gehören. 
7. Sicramno curte AC a. 777 Or. (fehlt in B), ist nicht - wie durchweg in der Nachfolge 
von Louis Davillé vorgeschlagen72 - mit Craincourt (Moselle, Ct. Delme), a. 1121 
Crincurt, a. 1152 Cruncurt, a. 1267 Craincourt, 1285 Criencourt, zu identifizieren73, 
das auf eine andere, wohl mit dem Personennamen *Crad(o)in (mit romanischem 
Lautersatz [kr] < [hr] zum Stamm Hrada-) komponierte Ausgangsform zurückgeführt 
werden muß. Sicramno curte ist wie auch a. 814/40 Sigramno curte aus einer 
Grundform *Sigiramno-curte (zum germanischen PN Sigi-(h)ram < Sigi-hraban) 
abzuleiten, die mit romanischer Senkung von [i] > [e] auch die Variante *Seg(e)ramno- 
> *Seramo- erzeugt. 
Wo der Ort zu suchen ist, erfahren wir aus der Bestätigung Ludwigs des Frommen von 
814/40 für einen Tausch zwischen Hilduin, Abt von St. Denis (814-840), und dem 
Grundherrn Hildulf, Sohn der Imma, in dem letzterer in pago Salnensae sive 
Scarbonensae, in villabus quarum vocabula sunt: Sigramnocurtae, et in fine Silciniaga 
super fluvio Salona sein Erbe und seinen sonstigen Besitz überträgt74. Der Ort ist also 
an der Salona zu suchen und - auch wenn der -iacum-Ort Silciniaga bisher nicht 
identifiziert werden konnte - mit der zwischen Salonnes und Château-Salins gelegenen 
Wüstung +Seraincourt, a. 1303 Seraincourt, a. 1393 Or. S[er]aincourt, a. 1395 Or. 
Sarencourt, rezenter Flurname Serraincourt (Gde. Salonnes)75 < *Seg(e)ramno-curte 
67 Ph. pauer/F. Lot (Hg.), Recueil des actes de Charles III le Simple, Bd. 1, Paris 1940, Nr. 7. 
68 Lesort (wie Anm. 36), Nr. 60. 
69 Lesort (wie Anm. 36), Nr. 6. Zur weiteren Besitzgeschichte vgl. Du preil (wie Anm. 36), II, S. 559. 
Simon,, Dekan von St. Stephan in Vic, beurkundet a. 1305 Or. frz. (AD MM G 480), daß er von der 
Abtei St. Mihiel Güter en moulin de Courcelles et en cez appandises empfangen habe (freundliche 
Mitteilung von M. Pitz, Saarbrücken). 
70 Herbomez (wie Anm. 33), Nr. 91. 
71 Herbomez (wie Anm. 33), Nr. 53. 
72 L. Daville, Le ‘pagus Scarponensis’, in: Annales de l’Est et du Nord 2 (1906), S. 23; vgl. o. Anm. 
15f. 
73 Vgl. Lepage (wie Anm. 18), I, S. 251, Reichsland (wie Anm. 18), S. 192; Dorvaux (wie Anm. 22), 
S. 522f.; Hiegel (wie Anm. 17), S. 94. 
74 Tardif (wie Anm. 20), Nr. 132. Daville (wie Anm. 72) las nach J. Mabillon, De re diplomatica, S. 
51 Off., Salcinega. Ich bin Michel PariSSE (Nancy / Paris) zu Dank verpflichtet, der mir mitteilt, daß 
die Lesung von Tardif richtig ist. 
75 Vgl. Ujbeleisen (wie Anm. 49), S. 70; HlEGEL (wie Anm. 17), S. 322. Aubertin, Bürger von Vic, und 
seine Frau verkaufen a. 1303 Or. frz. (AD MM G 480) oin molin de Corzelle (+Courcelles) que siet 
sus la Reviere de Salone antre lou pont d'Amelicourt (Amelecourt) et lou molin de Sarencourt 
(freundliche Mitteilung von M. Pitz), 
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