Full text: Zwischen Saar und Mosel

3. Adarmareia uilla A, (verschrieben Adartereca uilla < *Adarmereca C), Almerega curte 
B a. 777 Or. ist ebenfalls -iacum-Name, doch ist er wohl der spätesten merowingischen 
Schicht dieses Ortsnamentypus zugehörig, die mit germanischen Personennamen 
komponiert ist. Anzusetzen ist *Adalmariaca (curtis bzw. uilla), das zum germanischen 
PN Adalmar zu stellen ist38. Die Form von B zeigt die in westfränkischer Überlieferung 
häufige Kontraktion von Adal- > Al-, die sich durch romanische Synkope des 
Zwischentonvokals und anschließende Assimilation [dl] > [11], [1] erklärt. Der Liqui¬ 
dentausch zwischen [1] und [r] in a. 777 Adarmareia, Adarmereca und auch bereits in 
den Formen mit dem palatalisiertem [a] a. 775 Or. Ermeraga villa und der zugehörigen 
Dorsualnotiz 9. Jh. Ermiregia vill[a] ist von M. Buchmiiller-Pfaff einleuchtend „als 
Assimilation des Auslautkonsonanten des ersten Personennamengliedes an den Auslaut 
des Personennamenhintergliedes [1-r] > [r-r] erklärt worden“. 
Die von Tangl und andern nach ihm39 durchweg vertretene Identifizierung mit 
Remereville (Meurthe-et-Moselle, Ct. St. Nicolas-du Port), a. 1125 Or. Ramerei villam, 
a. 1152 Ramereivilla, a. 1259 Remereville < *Ramheriaca villa (zum westfränkischen 
PN Ramheri) ist philologisch nicht haltbar. Doch gehört der Name eindeutig zum 
unweit Salonnes gelegenen Amelecourt (Moselle, Ct. Chäteau-Salins)40, a. 1105 K. 
Almeri curtis, a. 1186 Or. Amerecort, a. 1216 Or. apud Amilicortem, a. 1331 Or. 
Ameleicort usw41. 
Die besitzgeschichtlichen Indizien für die Identifizierung mit Amelecourt sind ebenso 
stark: Die cella Salona hat nicht nur 775 aus Königsgut einen mansus am Ort erhalten, 
sondern verfügt nach der im Papstprivilig von 1105 für St. Mihiel inserierten Besitzliste 
auch später noch über Güter in Almericurtis42 43; in der diesem Privileg vorausgehenden 
Fälschung einer Königsurkunde auf den Namen Ludwigs des Frommen und das Jahr 
815 nennt man die mediam partem Almericurtis43 als Besitz von Salonnes. In einer 
Urkunde von 1185 tritt Lithard von Amerechort neben Propst Dietrich von Salona als 
Zeuge auf. 
4. Hagncddo uillare A (verschrieben Hagraldo C), mit romanischer h-Aphaerese und 
abweichendem Grundwort Agnaldo curte B a. 777 Or., wird von Tangl44 und anderen 
(mit Fragezeichen) mit Hangweiler / Hangviller (Moselle, Ct. Phalsbourg) identifi¬ 
ziert45, doch ist diese Hypothese nicht zu halten: Hangviller liegt nicht im Seille-, 
sondern im Saargau; es tritt ferner in den frühen Belegen als einfacher weiler-Ortsname 
ohne Bestimmungswort auf, das erst später zur Differenzierung zugesetzt wird46. 
Martina Pitz führt Hagnaldo uillare, -curte mit „in romanischem Mund spirantisiertem 
intervokalischen [g]“ auf die Grundform *Hain(o)aldo-villare, -curte < *Hagin(o)aldo- 
(zum germanischen PN * Haginwald) zurück47. Die gleiche Grundform ist für das im 
38 Buchmüller-Pfaff (wie Anm. 17), Nr. 11. 
39 Vgl. o. Anm. 15f. 
40 Vgl. zur Ortsgeschichte Lepage (wie Anm. 18), I, S. 26ff.; Reichsland (wie Anm. 18), S. 28. Der 
Kirchensatz der Martinskirche und die Zehnten der Pfarrei, die ursprünglich auch einen Teil des spät 
gegründeten Château-Salins umfaßte, lag bei der Abtei Mettlach (vgl. u. S. 17). Vgl, Dorvaux (wie 
Anm. 22), S. 517. 521. 
41 Vgl. HlEGEL (wie Anm. 17), S. 41, der die Identifizierung ebenfalls vollzieht. 
42 Lesort (wie Anm. 36) Nr. 60. Vgl. u. Tabelle 2 auf S. 25. 
43 Lesort (wie Anm. 36), Nr. 6. Vgl. u. S. 22f. Nr. 17. Zur weiteren Besitzgeschichte vgl. Du preil 
(wie Anm. 36), II, S. 556ff. 
44 Tangl (wie Anm. 1), S. 208. 
45 Vgl. o. Anm. 15. 
46 PITZ (wie Anm. 29), Nr. 278. 
47 Pitz (wie Anm. 29), Nr. 272. 
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