Full text: Zwischen Saar und Mosel (24)

(Farschwiller, Moselle, Ct, Forbach24), Fehingas (+Vechingen bei Saargemünd/ 
Sarreguemines, Moselle, oder Fechingen, Saarland, Stadtverband Saarbrücken)25, Viler 
(Bliesgersweiler, Moselle, Ct. Sarreguemines ?)26, Hoenchirche, 1324 Hunkirchen 
(Hunkirch / Honskirch, Moselle, Ct. Albestroff)27, Tnrneswile und Pretene (+Bride, 
Moselle, Gde. Wuisse, Ct. Château-Salins)28. 
Schon das Fulrad-Testament von 777 zeigt den Namen Tomugo villare im Verband mit 
dem Grundwort -villare. Philologisch läßt sich die bereits von Michael Tangl vertretene 
und von Martina Pitz eingehend begründete Identifizierung29 sichern: a, 1122/25 
Torneswile, a. 1283 Or. Dorneswilre, a. 1307 Or. Dorneswiler, a. 1294 Or. Dorswilre, 
1335 dominus Torchwillensis führt auf eine Grundform *Tornes-wîlâri, die als 
althochdeutsche Doppelform wie *Tornago villare zum PN Turnus zu stellen ist. Die 
Form Dorswilre ist als Erleichterung der Dreikonsonanz [rns| in *Dorns- < Dorneswilre 
zu erklären; die heutige französische Doppelform des Siedlungsnamens geht auf den 
1335 bereits dokumentierten Wandel von [s] > [/] in der Lautverbindung [rs] 
zurück. 
2. Uictornigas A, Uictorningas C, Uicturningas B a. 777 Or. ist als galloromanischer 
-iöcwm-Name *Victurniacas (zum PN *Victurnius) oder *Victoriniacas (zum gut 
belegten PN Victorinus) zu interpretieren; die Fassungen C und B des Fulrad- 
Testaments geben eine althochdeutsche Doppelform auf -ingas wieder30. Auch hier 
zeigt sich - in -iacas > -igas - die romanische Sonorisierung von [k]. 
In Lothringen haben zahlreiche -(ijacum-Namen durch Zusammenrückung mit einem 
ständig gebrauchten Epitheton das Grundwort -villa oder -curtis angenommen. Die 
Identifizierung, die schon Tang] vorgenommen hatte, nämlich mit der Wüstung 
+Vertignécourt bei Puttigny (Moselle, Ct. Château-Salins), bietet daher keine besonde¬ 
24 Der Ort Farschwiller ist etymologisch auf den Namen des Abtes Fardulf von St. Denis zurückzufüh¬ 
ren; die Kirche hat das Pertinenzpatrozinium St. Dionysius und gehörte durch die Schenkung des 
Metzer Bischofs Ademar von 1332 der Abtei St. Avold, war vielleicht aber auch schon früher im 
Besitz der Abtei. Ein Teil des Dorfes war bis ins 17. Jh. im Besitz der Grafen von Saarbrücken. Vgl. 
Dorvaux (wie Anm. 22), S. 436 n. 1; 639; Jungk, Beiträge (wie Anm. 18), S. 15. 
25 Zu dem bereits 777 im Fulrad-Testament erscheinenden Fehingas vgl. FIaubrichs (wie Anm. 8), 
S. 29; Herrmann / Nolte (wie Anm. 22), S. 11 Off.; HERRMANN (wie Anm. 20), S. 92f. 
26 Viler ist evtl, mit dem bereits im Fulrad-Testament von 777 in der Nähe von Blittersdorf und 
Saargemünd genannten Hairbertis uillare bzw. dem uillare quae Ermenlindis . . . tradidit, identisch, 
das mit Bliesgersweiler bei Saargemünd identifiziert wird. Vgl. Haubrichs (wie Anm. 8), S. 28; 
JUNGK, Beiträge (wie Anm. 18), S. 16. Man könnte aber auch daran denken, daß sich hierin der alte 
Name des von den Grafen von Mömpelgard-Bar nach einer neuerbauten Burg genannten Mörsberg / 
Marimont, das eine Dionysiuskirche besaß, verbirgt. Vgl. Dorvaux (wie Anm. 22), S. 607. 
27 Hunkirch / Honskirch (Kirche St. Johannes Baptista) gehörte zur Kastellanei Mörsberg und später zur 
Meierei Insming. Vgl. Reichsland (wie Anm. 18), S. 421. Der Kirchensatz stand dem Priorat Insming 
(Anm, 85) zu. Vgl. Dorvaux (wie Anm. 22), S. 395. 
28 +Breden / Bride gehörte zur Kastellanei Mörsberg. „An der in der Nähe des Linder Weihers auf dem 
Banne des heutigen Dorfes Wisse gelegenen Saline Brede, Bride oder Breide hatten die Saarbrücker, 
Leininger, Lützelsteiner, Clermonts und Rauhgrafen“, also alles Erben des Grafen Simon I. von 
Saarbrücken (t vor 1190), „bestimmte Anteile“. Vgl. Jungk, Beiträge (wie Anm. 18), S. 15; 
Reichsland (wie Anm. 18), S. 133; PÖhlmann (wie Anm. 20), S. 10; HiEGEL (wie Anm. 20), S. 68. 
Pöhlmann / doll (wie Anm. 18), Nr. 343; Ch. Hiegel, Les nouvelles salines du Saulnois aux XIIIe 
et XIVe siècles, in: Annuaire de la Société d’Histoire et d’Archéologie de la Lorraine (1980), S. 
54f. 
29 Tangl (wie Anm. I), S. 208; M. Pitz, Die Siedlungsnamen auf -villare (-weder, -villers) zwischen 
Mosel, Hunsrück und Vogesen, Diss. (Masch.) Saarbrücken 1994, Nr. 618. 
311 Vgl. BUCHMÜLLER-PFAFF (wie Anm. 17), Nr. 811. Den Ansatz *Victoriniacas verdanke ich einer 
Mitteilung von M. Pitz (Saarbrücken) 
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