Full text: Zwischen Saar und Mosel

und deren Erben18. In den zwanziger Jahren des 12. Jahrhunderts bemühte sich Abt 
Suger von St. Denis, den lothringischen Besitz seiner Abtei wiederzugewinnen. Im 
Zuge dieser Bemühungen19 gelang es ihm 1122/25, Graf Albert von Mörsberg, der 
durch Heirat mit der Tochter des Grafen Theoderich von Mömpelgard Restbestände der 
lothringischen Güter von St. Denis erworben hatte, zur Herausgabe dieser Güter zu 
zwingen20: die urkundliche Liste, die er erstellte, umfaßt Blite[r]storp (GroßblIttersdorf, 
Moselle, Ct. Sarreguemines und Kleinblittersdorf, Saarland, Stadtverband Saarbrük- 
ken21), Tatingum (Thedingen / Theding, Moselle, Ct. Forbach oder Teting, Moselle, 
Ct. Faulquemont22), Sulces (Sülzen / Suisse, Moselle, Ct. Grostenquin)23, Fardulviler 
18 Vgl. E. Huber/E. Paulus, Coup d’oeil historique sur les origines de Sarreguemines jusqu’au XIIIe 
siècle, in: Jb. der Gesellschaft für Lothringische Geschichte und Altertumskunde 15 (1901), S. 262; H. 
Hiegel, La ville et la châtellenie de Sarreguemines de 1335 à 1630, Nancy 1934, S. 59ff; PARISSE (wie 
Anm. 7), S. 245ff.; Ders., Noblesse et Chevalerie en Lorraine médiévale, Nancy 1982, bes. S. 354; G. 
Poull, La maison ducale de Bar, Bd. 1, Rupt-sur-Moselle 1977, S. 76 Nr. 10. Torcheville erscheint 
später nicht mehr unter den Gütern von Salonnes. Es ging an die Teilerben der Grafen von 
Bar-Mömpelgard, die Grafen von Sponheim-Mörsberg, die ihren Anteil am Besitz von St. Denis 
teilweise in der Kastellanei Mörsberg / Marimont organisierten, und von ihnen an die Grafen von 
Saarbrücken und deren Erben, darunter die Grafen von Zweibrücken. Vgl. C. Poehlmann / A. Doll, 
Regesten der Grafen von Zweibrücken aus der Linie Zweibrücken, Speyer 1962, Nr. 347 (a. 1255) 
u.ö; H. Lepage, Les communes de la Meurthe, Nancy 1853, Bd. 2, S. 557ff.; Das Reichsland 
Elsaß-Lothringen, Bd. 111, Straßburg 1903, S. 231; ferner vgl. Anm. 20. 
19 Vgl. u. S. 24 mit Anm. 150. 
20 J. Tardif, Monuments historiques. Cartons des rois, Paris 1866, Nr. 396; A.H. Jungk, Regesten zur 
Geschichte der ehemaligen Nassau-Saarbrückischen Lande bis z.J. 1381 (Mitt. des Histor. Vereins für 
die Saargegend 13/14), Saarbrücken 1914/19, Nr. 50. Vgl. die Lit. in Anm. 18: ferner: JUNGK, 
Beiträge zur Geschichte der Grafen von Zweibrücken, in: Westpfälzische Geschichtsblätter 1902, Nr. 
4, S. 14-16; C. Pöhlmann, Geschichte der Grafen von Zweibrücken aus der Zweibrücker Linie, 
München 1938, Neudruck Aalen 1974, S. I0L; Ch. Hiegel, Les relations des comtes de Deux-Ponts 
avec les ducs de Lorraine et les évêques de Metz au XIIIe siècles, in: Les Cahiers Lorrains 1964, S. 
67-80; J. Toussaint, Die Grafen von Leinigen, Sigmaringen 1982; H.W. Herrmann, Geschichtliche 
Landeskunde des Saarlandes, Bd. 2, Saarbrücken 1977, S. 291 f. 317; J. MÖTSCH, Genealogie der 
Grafen von Sponheim, in: JWLG 13 (1987), S. 76f. 
21 Zum bereits 777 im Fulrad-Testament erscheinenden Komplex Blittersdorf, der wohl auch Saarge¬ 
münd mit der Dionysiuskirche im Stadteil Neunkirch umfaßte,vgl. HlEGEL (wie Anm. 18), S. 59ff.; 
Haubrichs (wie Anm. 8), S. 23ff.; demnächst: Ders., Blittersdorf. Eine cella des Klosters St. Denis 
an der mittleren Saar? 
22 Thedingen bei Forbach gehörte zu den Stiftspfarreien (Kirche St. Margaretha) des Stiftes St. Arnual, 
so daß mit ehemaligem Besitz der Grafen von Saarbrücken als Erben der Güter von St. Denis 
gerechnet werden könnte: vgl. H.W. Herrmann/E. Nolte, Zur Frühgeschichte des Stiftes St. 
Arnual und des Saarbrücker Talraumes, in: ZsGeschSaarg 19 (1971), S. 108f. Für Thedingen könnte 
auch die unmittelbare Nähe von Farschweiler (Anm. 24) sprechen. Für Téting a.d. Nied spricht das 
Dionysiuspatrozinium der Kirche, die freilich vor 1222 Metz und später dem Metzer Kloster St. 
Avold gehörte. Im J. 1284 wird auch dort Besitz der Grafen von Saarbrücken sichtbar, der zu Lehen 
ausgegeben war. Vgl. N. Dorvaux, Les anciens pouillés du diocèse de Metz, Nancy 1902/07, S. 
404f.; Reichsland (wie Anm. 18), S. 1108. 
23 Vgl. zu diesem bereits 896 zusammen mit Baronville an Salonnes restituierten Besitz u. S. 21 mit 
Anm. 125. Vielleicht gehörten hierher auch später in der Umgegend als Vogteigut von St. Denis 
aufscheinende Saarbrücker Besitzungen in Conthil, Hilsprich und Kleintänchen / Petit-Tenquin, die 
bei Herrmann (wie Anm. 20), S. 291 angeführt werden. In Hilsprich und Conthil hatten auch die aus 
dem Hause Saarbrücken stammenden Grafen von Zweibrücken Besitz. Man muß aber auch an die 
Güter des von Graf Adalbert von Mörsberg gegründeten Priorats Zell denken, das dieser an St. Denis 
gab (vgl. u. Anm. 150), an denen 1266 die ebenfalls aus dem Saarbrücker Hause stammenden Grafen 
von Leiningen Rechte in terris Sancti Dionysii et ad Cellam besitzen. Vgl. JUNGK, Beiträge (wie 
Anm. 18) S. 15f. 
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